Das Ehepaar Barka und sein Garten

Im Familiengarten Bottigenmoos treffen unterschiedlichste Kulturen aufeinander – nun wird darüber ein Dokumentarfilm gedreht.

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«Das ist Zitronenmelisse», sagt Mohammed, «hier ist Menthe – Münze. Dort haben wir Petersilie und Estragon.» Marguerite freut sich über die Tomaten und die Peperoni, die prächtig gedeihen. «Das kleine Treibhaus», sagt sie, «haben wir selber gebaut, mein Mann und ich.»

Die gebürtige Berner Oberländerin Marguerite Barka (67) ist seit 46 Jahren mit Mohammed (73), einem in Frankreich aufgewachsenen Algerier, verheiratet. «Glücklich», wie sie lacht «und dies mit einem Muslim.» Barkas haben vier Kinder und vier Grosskinder und sind hier, im Familiengarten Bottigenmoos, ebenso zu Hause wie im Tscharnergut. «Der Garten ist unser Naherholungsbiet», sagt sie, «er bedeutet für uns Freizeit, Bewegung, Gesundheit – auch Arbeit zwar, aber gesunde Arbeit, die Freude macht.»

«Hier fühlen wir uns wohl»

Der Garten habe für sie auch eine soziale Bedeutung: «Ich liebe den Garten, er liebt den Garten. Hier vergnügen wir uns, hier fühlen wir uns wohl. Es gibt uns Befriedigung, immer wieder zu sehen, wie das, was wir gesät haben, gedeiht – ,wie ds Züüg wachst‘. Und was wir ernten können. Eben haben wir zwei Harassen Kartoffeln gegraben.»

Für Barkas vergeht kaum ein Tag ohne Besuch im Garten. «Heute», sagt Marguerite, «sind wir schon am frühen Morgen gekommen. Und am Mittag gab es im Gartenhäuschen ein Picknick.» Sie zwickt aus irgendeiner Staude einige gelbe und dürre Blätter heraus und verrät: «Überall zwischen den Beeten haben wir Tagetes gepflanzt – als natürliches Mittel gegen Läuse.»

Links von Barkas gärtnert «eine Kurdin, eine Witfrau mit drei Kindern», rechts «ein junger Schweizer mit seiner thailändischen Frau und zwei Kindern». Auch sie sei eine liebenswürdige Nachbarin: «Sie chunnt, hüschteret ume, isch früntlech u machts guet.»

Die Tatsache, dass immer mehr Ausländer den Garten bevölkern und hier «halt auch hie und da ein Fest feiern», ist für Barkas kein Problem, denn: «Wir sind schliesslich selber ein binationales Paar, haben in unserer Beziehung ganz besonders lernen müssen, einander zu akzeptierten und zu respektieren.» Der multikulturelle Familiengarten Bottigenmoos ist nun sogar Thema eines Dokumentarfilms (siehe Kasten).

Es sei «ein wachsiges Jahr»

Inzwischen ist man bei den Steckenbohnen angelangt. Und beim Kabis und beim Kohl, bei den Gurken und Krautstielen. Und beim kleinen Kartoffelacker, auf dem auch einige wild wuchernde Artischockenstauden gedeihen dürfen.

Es sei «ein wachsiges Jahr», freut sich Marguerite Barka, der Regen und die warmen Temperaturen seien gut für die Pflanzen. Und glücklicherweise sei das Bottigenmoos bisher vom Hagel verschont worden. Barkas Parzelle ist auch ein wahres Blumen-Eldorado: Es hat Flox und Rittersporn, Sonnenblumen und Lupinen, Feuerlilien und Dahlien, Forsythien und Stockrosen – «eine Rosenpracht, die jedes Jahr von selber wieder kommt», wie Marguerite Barka sagt. Früher, als ihr Mann während 33 Jahren Chauffeur beim Carunternehmen Dysli gewesen sei, habe sie jeweils für die Hochzeitsfahrten die Blumendekorationen gemacht. «Das war eine schöne Zeit», sagt sie.

Der Bund

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