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Wieder Proteste in Griechenland

Ein Ende der landesweiten

Auch gestern gab es in Griechenlands Hauptstadt Krawalle, als sich Hunderte Jugendliche vor dem Korydallos-Gefängnis versammelten. Dorthin sollte der Polizist gebracht werden, durch dessen Schuss am Samstag ein 15-Jähriger starb – der Auslöser der tagelangen Unruhen. «Öl ins Feuer» Der 37-jährige Polizist wird des Totschlags und des verbotenen Gebrauchs seiner Dienstwaffe beschuldigt. Seinem 31-jährigen Kollegen, der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt, wird Beihilfe vorgeworfen. Der Anwalt der Polizisten sieht seinen Mandanten durch ein ballistisches Gutachten jedoch entlastet. Der Jugendliche sei durch einen Querschläger getötet worden, sagte er. Der Polizist sagte aus, er habe nur Warnschüsse abgegeben. Viele Menschen sind darüber verärgert, dass er bislang keine Reue gezeigt hat. Das sei, als werde «Öl ins Feuer» gegossen, titelte eine Zeitung. Brandsätze auf Polizeireviere Für den heutigen Freitag kündigten mehrere Vereinigungen von Studierenden eine Grossdemonstration in Athen an. Sie wollen damit den Druck auf die konservative Regierung von Ministerpräsident Konstantin Karamanlis erhöhen.Gestern griffen den sechsten Tag in Folge Dutzende Studierendengruppen die Polizei in Athen und anderen Städten des Landes an. Allein in Vororten der Hauptstadt warfen sie Steine und Brandsätze auf 15 Polizeireviere. Im nordgriechischen Thessaloniki belagerten rund 500 Menschen das Polizeipräsidium. Zahlreiche Schüler und Studierende gingen auf die Strassen, um sich von den Randalierern zu distanzieren. «Wir sind keine Randalierer», skandierten sie. Proteste in ganz EuropaDie Unruhen breiteten sich auf andere europäische Staaten aus. In Madrid und Barcelona griffen Jugendliche eine Polizeiwache und eine Bank an. Im französischen Bordeaux zündeten Brandstifter in der Nacht zwei Fahrzeuge vor dem griechischen Konsulat an und beschmierten die Mauern des Gebäudes. Bei den Parolen handelte es sich um Solidaritätsbekundungen. In Rom und in Bologna wurden Polizisten bei Zusammenstössen mit Demonstranten verletzt. Auch in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen kam es zu Ausschreitungen. (sda)>

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