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Traurig für Italien

Die meisten Vorlagen, die Silvio Berlusconi in den ersten sieben Monaten der neuen Legislatur auf den Weg gebracht hat, mögen fragwürdig, eigennützig, schlitzohrig oder überflüssig sein. Doch ein Projekt ging zumindest in die richtige Richtung: die von seiner unerschrockenen jungen Bildungsministerin Mariastella Gelmini angestossene Reform des katastrophalen Bildungssystems Italiens.Die Reform zielte direkt auf den Kern des Problems: auf den ineffizienten Mitteleinsatz. Italien leistet sich 40 Prozent mehr Lehrer pro Schüler als der Durchschnitt der OECD-Länder. Gleichzeitig verlottern die Schulhäuser, und es fehlt das Geld für moderne Lehrmittel. Gelmini wollte den Stellenetat kürzen und 87000 Lehrerstellen streichen. Das wären zwar nur gut 10 und nicht 40 Prozent der insgesamt 750000 Lehrkräfte gewesen, doch die mächtige und von allen Gewerkschaften unterstützte Lehrerlobby ging auch so auf die Barrikaden. Und es passierte, was Berlusconi kategorisch ausschloss: Es begann der schrittweise Rückzug.Dass in Italien alle Reformen scheitern, welche die Privilegien irgendwelcher Interessengruppen berühren, ist nicht neu und unabhängig von der jeweiligen Couleur der Regierung. Dass nun aber auch der selbst ernannte Modernisierer und Macher Berlusconi trotz seiner erdrückenden Parlamentsmehrheit vorschnell kapituliert, ist peinlich für ihn. Und traurig für Italien.>

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