Zum Hauptinhalt springen

Oppositionspolitiker tätlich angegriffen

Iran Der «Jerusalem-Tag» am Ende des Fastenmonats Ramadan ist in Iran zur neuen Machtprobe zwischen Opposition und Staatsführung geworden. Ungeachtet eines Verbots regierungsfeindlicher Demonstrationen nutzten Tausende Reformer die traditionellen Kundgebungen an diesem Feiertag zu Protesten gegen Präsident Mahmud Ahmadinejad. Dabei kam es zu etlichen Zusammenstössen. Der Präsident geisselte vor einer riesigen Menschenmenge auf dem Universitätsgelände von Teheran die Besatzungspolitik Israels und stellte abermals den Holocaust infrage. Khatami und MusaviBei einem der Märsche wurde der frühere Präsident Mohammad Khatami tätlich angegriffen. Eine Gruppe Regierungsanhänger habe Khatami zu Boden gestossen, hiess es auf einer Website der Reformbewegung. Oppositionelle seien ihm zu Hilfe geeilt und hätten die Angreifer zurückgeschlagen. Khatami hat sich im Streit über das Ergebnis der Präsidentenwahl vom 12. Juni auf die Seite der Opposition geschlagen. Laut Augenzeugen versuchten einige Hardliner, auch Oppositionsführer Mir-Hossein Musavi zu attackieren. Musavi habe die Demonstration dann schnell verlassen. Eine unabhängige Bestätigung war vorerst nicht möglich, zumal ausländische Journalisten Veranstaltungen von Oppositionellen nicht begleiten durften. Laut weiteren Augenzeugenberichten nahmen auch der Reformpolitiker Mehdi Karrubi und der frühere Präsident Akbar Hashemi Rafsanjani an regierungsfeindlichen Kundgebungen teil. «Nicht Gaza, sondern Iran»Allen Drohungen von regierungsnahen Milizen und Sicherheitskräften zum Trotz trugen die Oppositionellen wieder grüne T-Shirts und grüne Armbänder, um sich als Anhänger Musavis kenntlich zu machen. «Tod dem Diktator», riefen zahlreiche Ahmadinejad-Gegner im Zentrum von Teheran. «Nicht Gaza oder Libanon – unser Leben liegt in Iran», lautete ein anderer Slogan. Dies war ein weiterer Protest gegen die Regierung, die am sogenannten Jerusalem-Tag stets die Solidarität mit den Palästinensern in den Mittelpunkt stellt. Genau dies tat Ahmadinejad bei der offiziellen Kundgebung an der Universität. Ihm folgte eine weitaus grössere Menge als der Opposition, was Beobachter jedoch vor allem auf die Einschüchterungsversuche seitens der Sicherheitskräfte zurückführten. (ap)>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch