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Nun tobt die Propagandaschlacht

Die Waffen schweigen endlich in Sri Lanka, aber die Propagandaschlacht geht weiter. Die Tamilen wollen nicht glauben, dass ihr «Held», der LTTE-Anführer Velupillai Prabhakaran, tot ist. «Unser geliebter Führer lebt und ist in Sicherheit», behauptet LTTE-Sprecher Selvarasa Pathmanathan auf der LTTE-nahen Website tamilnet.com.Erkennungsmarke 0.01Daraufhin zeigte das Militär im Fernsehen Bilder einer Leiche. Das Gesicht schien unverletzt und zeigte deutliche Ähnlichkeit mit dem Rebellenchef. Der Tote hat weitaufgerissene Augen, die Oberseite seines Schädels scheint weggerissen. Der Leichnam trug eine Erkennungsmarke mit der Nummer «0.01», die Prabhakaran zugeordnet wird. Man habe die Leiche wenige Stunden zuvor auf dem Schlachtfeld gefunden, sagte Armeechef Sarath Fonseka. Zwar soll Prabhakaran auch Doppelgänger benutzt haben. Aber DNA-Tests hätten bestätigt, dass es sich bei dem Toten um den LTTE-Chef handle, hiess es. Der blutig errungene Sieg hat zwei Gesichter: Die 14 Millionen Singhalesen hoffen nun auf Frieden. Dagegen blicken die knapp drei Millionen Tamilen angstvoll in die Zukunft. Viele fürchten, dass das siegreiche Colombo sie unterdrücken wird. 250000 tamilische Flüchtlinge hausen derzeit in überfüllten Notlagern, der Willkür der Regierung ausgeliefert. Präsident spricht zu TamilenImmerhin sprach Präsident Mahinda Rajapakse auch einige Worte in Tamilisch. Der Krieg habe sich nicht gegen die Tamilen gerichtet, sondern gegen die Terroristen der LTTE, sagte er und stellte eine politische Lösung in Aussicht. «Diese Lösung muss für alle Seiten akzeptabel sein. Alle sollen mit gleichen Rechten leben.» Man hofft, dass er es ernst meint – aber fürchtet, dass er dies nur sagt, weil ihm der Westen im Nacken sitzt. Die USA und Grossbritannien machen Druck auf Colombo, die Tamilen anständig zu behandeln und die Menschenrechte zu respektieren.

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