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Kriegsverbrecher bei Uno-Truppen

Menschenrechtsaktivisten sind

Der wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesuchte Kongolese soll gemäss Medienberichten eine führende Rolle bei einer Militäroperation spielen, an der auch Blauhelmsoldaten der Uno-Mission im Kongo (Monuc) massgeblich beteiligt sind. In den Berichten heisst es, dass Ntaganda in offiziellen Dokumenten der kongolesischen Streitkräfte (FARDC) als «stellvertretender Koordinator» der bevorstehenden Armee-Offensive in der Provinz Süd-Kivu bezeichnet wird. Bei der Operation gegen die ruandischen Hutu-Milizionäre, die in der kommenden Woche beginnen soll, wird die kongolesische Armee von mehreren Tausend Blauhelmen unterstützt werden.Brutaler RebellenkommandantNtaganda, berüchtigt wegen seines brutalen Vorgehens als Rebellenkommandant, komme als «Berater» des FARDC-Generals Dieudonne Amuli zum Einsatz, bestätigten die kongolesischen Streitkräfte. Der 36-Jährige hatte Anfang dieses Jahres mit einem Grossteil der Rebellentruppe CNDP dem berüchtigten General Laurent Nkunda den Rücken gekehrt und sich der kongolesischen Armee angeschlossen. Diese nahm Ntaganda im Rang eines Obersten in ihre Reihen auf. Der gebürtige Ruander war bereits vor sieben Jahren in die Schlagzeilen geraten, weil er als Vize-Generalstabschef der Rebellentruppe Forces Patriotiques pour la Libération du Congo (FPLC) im nordostkongolesischen Bezirk Ituri für mehrere Massaker sowie die Rekrutierung und Ausbildung von Kindersoldaten verantwortlich gewesen sein soll. Aus diesem Grund erliess sowohl der Haager Gerichtshof wie die kongolesische Staatsanwaltschaft einen Haftbefehl gegen ihn. Letztere scheint an der Bestrafung des Ex-Rebellen allerdings kein Interesse mehr zu haben, seit er sich auf die Seite der Regierung geschlagen hat.Auch Übergriffe auf Blauhelme?Monuc-Chef Alan Doss bestreitet, dass Ntaganda eine führende Rolle in der bevorstehenden Militäraktion spielen werde. Die kongolesische Armee habe ihm versichert, dass der Offizier nicht Teil der gegen die Hutu-Milizionäre gerichteten Operation sein werde, sagte der britische Diplomat. Dagegen bezeichnete die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) die Beteuerung von Doss als «Augenwischerei»: «Führende Uno-Mitarbeiter suchen die Hinweise weiterhin als Gerüchte abzutun, selbst wenn die Informationen von offizieller Seite bestätigt werden», wandte HRW-Sprecherin Anneke van Woudenberg ein. Statt ihre Köpfe in den Sand zu stecken, sollten die Mitglieder der Uno-Mission die Auslieferung Ntagandas nach den Haag betreiben.Ironischerweise wird Ntagandas Name auch mit Übergriffen gegen Blauhelme in Verbindung gebracht. So soll er 2004 in die Ermordung eines kenianischen und die Entführung eines marokkanischen Friedenssoldaten verwickelt gewesen sein. Ntaganda gilt schon seit Langem als erbitterter Gegner der Hutu-Milizionäre, die nach dem von ihnen verantworteten Völkermord in Ruanda nach Kongo geflohen waren. Als Mitglied der von Tutsis dominierten Ruandischen Patriotischen Front (RPF) hatte Ntaganda bereits vor dem Völkermord gegen die Herrschaft der Hutus in Ruanda angekämpft.>

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