Zum Hauptinhalt springen

Iran führt seine Provokationen fort

Raketentests Mit einem Manöver seiner Elitetruppen hat Iran gestern seine Politik der Provokationen gegenüber dem Westen fortgesetzt. Das staatliche Fernsehen zeigte den Abschuss von Kurzstreckenraketen, die gegen Bodenziele und Schiffe eingesetzt werden können. Heute soll ein Test der Shahab-3-Rakete folgen, in deren 2000-Kilometer-Reichweite auch Israel und die US-Militärstützpunkte der Region liegen. Mit den Übungen solle die Fähigkeit des Landes zur militärischen Abschreckung verbessert werden, hiess es im staatlichen Fernsehen. Erst am Freitag war bekannt geworden, dass Iran ein zweites Werk zur Anreicherung von Uran baut, das bereits in Kürze in Betrieb gehen soll. Das Land hatte die Existenz der Anreicherungsanlage nahe der Stadt Qom der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bereits am vergangenen Montag mitgeteilt und wollte damit nach Einschätzung der USA dem Westen zuvorkommen, der von der geheimen Fabrik erfahren hatte. US-Präsident Barack Obama hat der Führung Irans daraufhin eine systematische Verschleierung ihres Atomprogramms vorgeworfen. Die Entdeckung der bislang geheimen Atomfabrik zeige ein besorgniserregendes Muster von Ausflüchten, sagte Obama am Samstag in seiner wöchentlichen Radioansprache.«Ernste Herausforderung» Obama sprach von einer ernsten Herausforderung für das internationale System der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen. Die für nächsten Donnerstag geplanten Verhandlungen mit Iran erhielten dadurch eine besondere Dringlichkeit. Der Vertreter Irans bei der IAEA, Ali Asghar Soltaniyeh, sagte, das Herangehen des Westens werde einen negativen Einfluss auf die Verhandlungen haben. An den Gesprächen in Genf werden neben Iran die fünf ständigen Mitglieder des Uno-Sicherheitsrates – die USA, Frankreich, Grossbritannien, Russland und China – sowie Deutschland teilnehmen. Der Westen verdächtigt Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nuklearnutzung an Atomwaffen zu arbeiten. Die Regierung in Teheran bestreitet dies.«Endloser Widerstand»Obschon der Westen eine diplomatische Lösung des Streits favorisiert, haben die USA und Israel Militäraktionen nicht ausgeschlossen, um Iran am Bau von Atomwaffen zu hindern. Als Reaktion darauf demonstriert Iran regelmässig mit gross angelegten Manövern seine Verteidigungsfähigkeit. Die Bilder dieser Übungen werden jeweils im Fernsehen verbreitet. So zeigte der Sender Press TV den Start einer Rakete in einem Wüstengebiet. Im Text hiess es dazu, zwei Kurzstreckenraketen der Typen Fateh und Tondar seien getestet worden. Ausserdem seien Mehrfach-Raketenwerfer zum Einsatz gekommen. Das Manöver sei «eine Botschaft an all jene, die von einer Militärinvasion gegen unser Land träumen», sagte der Chef der Luftwaffe der Revolutionsgarden, General Hossein Salami. Es demonstriere Entschlossenheit, Zerstörungskraft und endlosen Widerstand. (rtr)>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch