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Berlusconis Polit-Harem

Weil Gatte Silvio bei den kommenden Europawahlen angeblich zahlreiche politisch unerfahrene junge Damen auf seinen Listen kandidieren lassen will, hängt im Hause Berlusconi wieder einmal der Haussegen schief.

Im Vereinigten Königreich soll es bereits Buchmacher geben, die auf die Wahlchancen von «Berlusconi's Babes» Wetten annehmen. Dies berichtet jedenfalls die britische Boulevardzeitung «Sun». Gesetzt werden können unter vielen anderen Barbara Matera (Ex-TV-Ansagerin und Teilnehmerin an Miss Italia), Cristina Ravot (Sängerin), Elisa Alloro (Showgirl) oder Camilla Ferranti (Schauspielerin). Hübsch, aber unerfahrenDen möglichen Europa-Kandidatinnen des italienischen Mitte-rechts-Lagers ist gemeinsam, dass sie alle überaus hübsch, wohlgeformt und jung – aber politisch völlig unerfahren sind. Berlusconi, verbreiten böse Zungen in Rom, wolle im Juni seinen ganzen Harem für Strassburg kandidieren lassen.Zwar handelt es sich bei den angeblichen Kandidaturen bisher erst um Gerüchte – doch die Spekulationen haben ausgereicht, um bei Berlusconis Gattin Veronica Lario das Mass wieder einmal vollzumachen.«Die Unverschämtheit und die fehlende Zurückhaltung der Macht beschädigt die Glaubwürdigkeit aller Frauen und ganz besonders von Frauen wie mir, die immer an vorderster Front für deren Rechte gekämpft haben», erklärte Lario gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa. Demjenigen, der schrieb, die Kandidaten dienten «dem Vergnügen des Imperators», könne sie nur zustimmen: «Das ist schamloser Kram, alles im Namen der Macht.»Mysteriöse 18-JährigeDie Wut der italienischen First Lady ist noch dadurch gesteigert worden, dass ihr Gatte vor wenigen Tagen in Neapel an der Geburtstagsparty einer sehr blonden 18-jährigen Studentin namens Noemi aufgetaucht ist, die den Ministerpräsidenten liebevoll «Papi» zu nennen pflegt. «Die Sache hat mich sehr erstaunt, auch deshalb, weil er an keinem 18. Geburtstag seiner eigenen Kinder teilgenommen hat, obwohl er jeweils dazu eingeladen war», erklärte Veronica Lario eisig. Und: «Ich möchte, dass eine Sache klar ist: Ich und meine Kinder sind Opfer, nicht Komplizen dieser Situation.»Fortsetzung des RosenkriegesDer jüngste Eklat im Hause Berlusconi erfolgt gut zwei Jahre nach dem bisher spektakulärsten Rosenkrieg zwischen Silvio und Veronica. Nachdem Berlusconi im Januar 2007 dem ehemaligen Nacktmodell Mara Carfagna an einer TV-Gala den Hof gemacht und ihr gesagt hatte, dass er sie auf der Stelle ehelichen würde, wenn er nicht schon verheiratet wäre, hatte Gattin Veronica auf der Frontseite der linksliberalen Zeitung «La Repubblica» eine öffentliche Entschuldigung von ihrem Mann verlangt. Diese kam zwar prompt – doch das hinderte Berlusconi nicht, Carfagna später zu seiner Gleichstellungsministerin (sic!) zu machen. Berlusconis GegenangriffAuch im jüngsten Streit musste Veronica nicht lange auf eine Reaktion ihres Gatten warten – doch diesmal kam keine Entschuldigung, sondern ein Gegenangriff: Es tue ihm leid, dass «die Signora einer Kampagne der linken Presse» geglaubt habe, liess Berlusconi gestern verlauten. Die Kampagne werde, wenn die Listen einmal vorliegen, noch zum Bumerang, denn «fast alle» der angeblichen Kandidaturen seien erfunden. Sauer aufgestossen war die inflationäre Kandidatur von politisch leichtgewichtigen und leicht bekleideten Damen indessen vor allem dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Gianfranco Fini – und der ist Mitglied von Berlusconis Partei. Fini hatte kritisiert, dass der «Velinismus» (von «velina», dem italienischen Ausdruck für die TV-Sternchen) in der Politik nichts verloren habe.>

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