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Diese Spielregeln gelten für die Kurzarbeit

Was bedeutet der Begriff Kurzarbeit und welche rechtlichen Regelungen gibt es dazu? Welche Angestellten sind versichert, wer wird entschädigt und wie lange darf die Kurzarbeit aufrechterhalten bleiben?Aufgrund der globalen Wirtschaftskrise sind viele Betriebe gezwungen, Kurzarbeit einzuführen. Hier die wichtigsten Informationen dazu: Die Arbeitslosenversicherung deckt den von Kurzarbeit betroffenen Arbeitgebern über einen gewissen Zeitraum einen Teil der Lohnkosten. Damit soll verhindert werden, dass infolge kurzfristiger und unvermeidbarer Arbeitsausfälle Kündigungen ausgesprochen werden. Im Gegensatz zur Arbeitslosenentschädigung werden die Leistungen an den Arbeitgeber ausgerichtet. Alle Angestellten haben jedoch das Recht, die Kurzarbeitsentschädigung abzulehnen. Der Arbeitgeber muss diesen Arbeitnehmern weiterhin den vollen Lohn auszahlen. Allerdings besteht bei solchem Verhalten ein erhöhtes Risiko, die Kündigung zu erhalten.Keine Kurzarbeit für TemporäreWer ist versichert respektive anspruchsberechtigt? Einen Anspruch können die Arbeitgeber für diejenigen Arbeitnehmer geltend machen, welche die obligatorische Schule abgeschlossen, das AHV-Rentenalter aber noch nicht erreicht haben. Zudem müssen die Arbeitnehmer in einem ungekündigten Anstellungsverhältnis stehen. Eine bestimmte Versicherungsdauer ist dagegen nicht erforderlich.Nicht anspruchsberechtigt sind Arbeitnehmer, die in einem befristeten Arbeitsverhältnis stehen, auf Abruf angestellt sind, eine Lehre absolvieren, temporär angestellt sind, keinen bestimmbaren Ausfall erleiden oder deren Arbeitszeit nicht ausreichend kontrollierbar ist. Zudem wird der Arbeitsausfall von Personen, die in einer arbeitgeberähnlichen Funktion angestellt sind (zum Beispiel Geschäftsführer), nicht entschädigt.Es ist auch möglich, nur für bestimmte Betriebsabteilungen Kurzarbeit zu beantragen, wenn diese weitgehend selbstständig sind.Die Kurzarbeitsentschädigung wird dem Arbeitgeber ausbezahlt. Sie beträgt 80 Prozent des auf die ausgefallenen Arbeitsstunden anrechenbaren Verdienstausfalls. Die Arbeitszeitreduktion muss mindestens 10 Prozent betragen. Das bedeutet, dass wenn die Arbeitszeit zum Beispiel von 100 auf 50 Prozent reduziert wird, die Arbeitnehmer 10 Prozent weniger Lohn erhalten. Falls dann der Arbeitsvertrag doch gekündigt werden muss, wird die Arbeitslosenentschädigung jedoch vom normalen Lohn berechnet. Auch auf die Bezugsdauer hat die Kurzarbeit keinen Einfluss. Die maximale Dauer der Kurzarbeit beträgt 18 Monate.Voranmeldung einreichenDie Geltendmachung von Kurzarbeit muss durch den Arbeitgeber erfolgen. Dazu muss der Arbeitgeber bei der zuständigen kantonalen Amtsstelle eine Voranmeldung einreichen (in der Regel mindestens 10 Tage vor Beginn der Kurzarbeit). Zuständig ist die kantonale Amtsstelle jenes Kantons, in welchem der Betrieb oder die Betriebsabteilung den Sitz hat. Die kantonale Amtsstelle und die Regionale Arbeitsvermittlung können alle grundsätzlichen Fragen bezüglich Formularen, Voranmeldung und Betriebsabteilungen beantworten.

Martin Zwahlen ist Fürsprecher und Mediator in Bern. Er ist auf Arbeitsrecht und aussergerichtliche Konfliktlösung spezialisiert. Arbeitsrechtliche Fragen an zwahlen@mz-mediation.ch. Eine Auswahl wird anonymisiert an dieser Stelle publiziert.

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