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Checkliste für Kündigungen

«Wenn man die Linienvorgesetzten in Abbauphasen allein lässt, kommt es meistens nicht gut heraus.» Gregor Gisi weiss, wovon er spricht. Der Outplacement-Spezialist von Lee Hecht Harrison Bern hat als Personalchef viele Kündigungsgespräche geführt und Sozialpläne erarbeitet. Und er hat bei der Swisscom an sieben Standorten Arbeitsmarktzentren für entlassene Mitarbeiter aufgebaut. Gisi plädiert dafür, Kaderleute vor Kündigungsgesprächen zu coachen, «damit nicht mehr Geschirr als nötig zerschlagen wird». Seiner Erfahrung nach sollten bei Entlassungen folgende Punkte unbedingt bedacht werden:•Keine Kündigungen vor Feierabend oder am Freitag aussprechen;• Kündigung immer persönlich aussprechen (direkter Vorgesetzter, ev. Personalfachkraft beiziehen);• Gespräch kurz halten: Situation schildern, Botschaft klar formulieren, falls nötig wiederholen, kein Smalltalk, keine Verhandlungen;• nie auf allfällige interne Lösung vertrösten, keine Versprechen machen oder Hoffnung wecken;• klare Abmachung treffen, wie die nächsten drei Stunden aussehen: Wer informiert wann wen? Kehren Mitarbeiter, die die Kündigung erhalten haben, an den Arbeitsplatz zurück? Werden sie vorübergehend oder ganz freigestellt?;• informieren über Sozialplan oder Outplacement-Angebot. Mit Betroffenem die nächsten Schritte klären;• Information jener, die bleiben, nicht vernachlässigen. Wie geht das Team mit dem Schock um, den die Trennung von vielen langjährigen Kollegen verursacht? Evtl. Beizug eines Care-Teams oder sonstiger externer Beratung.Personalabteilung am AnschlagIn vielen Fällen, sagt Gisi, sei die Personalabteilung bei Massenentlassungen komplett überlastet, deshalb sei es oft ratsam, externe Fachleute beizuziehen. «Kürzlich waren wir mit fünf Leuten bei einem Finanzdienstleister, um die Mitarbeiter nach den Kündigungsgesprächen in Empfang zu nehmen.» Eine kompetente Betreuung in dieser heiklen Phase minimiere das Risiko von Überreaktionen bis hin zu Suizidversuchen. Oft sind Gisi und seine Mitarbeiter auch bei den Kündigungsgesprächen dabei. «Viele Chefs stehen in einem Loyalitätskonflikt, wenn sie Mitarbeiter entlassen müssen, mit denen sie lange zusammengearbeitet haben, vielleicht sogar befreundet waren», sagt Gisi. Dann könne die Anwesenheit eines externen, unbefangenen Spezialisten helfen.Gleiches gilt für emotionale Ausbrüche und persönliche Anfeindungen. «Manchmal springen Leute mitten im Gespräch auf und rennen hinaus», erzählt Gisi. Wer eine solche Situation zum ersten Mal erlebe, reagiere mit grosser Wahrscheinlichkeit falsch. (mmw)

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