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Büffeln im Sexkino

Zeit zum Lernen, Wochenendeinsätze und guter Lohn: Es gebe kaum einen besseren Studijob als Sexkino-Kassier, findet ein Student der Uni Bern.

Ein ganz gewöhnlicher Studijob ist es halt doch nicht, darum möchte der Geschichts- und Politologiestudent der Universität Bern seinen Namen auch nicht in der Zeitung lesen*. «Sonst werde ich an der Uni blöd angequatscht», sagt er.

Vielleicht nicht ganz gewöhnlich, dafür ziemlich ideal sei die Stelle als Kassier im Sexkino, findet der Student, der den Job inzwischen wegen eines Austauschjahres an den Nagel gehängt hat. Zweieinhalb Jahre hat er im Ciné 6 im Ryffligässchen gearbeitet – meist samstags von 4 Uhr nachmittags bis 11 Uhr abends. Gute Arbeitszeiten, findet er, da es keine Überschneidungen mit den Vorlesungen gebe. Zudem seien die Bedingungen ideal: anständiger Lohn und wenig Arbeit. Hin und wieder ein Ticket verkaufen, manchmal Getränke oder DVDs. «Man hat viel Zeit zum Lernen.» Zudem gebe es Internetzugang und einen Fernseher – etwa für den Fall, wenn die Fussball-WM im Gange ist. Vier seiner Arbeitskollegen seien ebenfalls Studenten gewesen.

«Erstaunt, was da abgeht»

Ausgeschrieben war die Stelle bei «Studijob», der Stellenvermittlung an der Uni Bern (siehe Haupttext). Er sei ja schon vorher nicht prüde gewesen, dennoch sei er schon etwas überrascht gewesen, was in so einem Kino abgehe, deutet der Student an. In die Details will er nicht gehen, aber Aussenstehende hätten wohl keine Ahnung, was in den zwei Sälen und den Videokabinen eines Sexkinos so vor sich gehe. Unter den Besuchern fänden sich nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Paare. Auch seien die sexuellen Ausrichtungen der Besucher unterschiedlich. Manche blieben den ganzen Tag. «Ein Sexkino ist auch ein soziales Auffangbecken», sagt der Student. Zu Beginn sei der Job spannend gewesen, mit der Zeit sei er aber etwas deprimierend und nervig geworden. (jäg)

*Name der Redaktion bekannt

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