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Grafiken zum WohnungswechselWo in der Schweiz am häufigsten gezügelt wird

Eine Auswertung von Homegate zeigt, welche Bezirke und Städte die höchste Umzugsquote haben – und wohin es die Menschen zieht.

Hier wird die Wohnung öfter gewechselt als in den meisten Orten in der Schweiz: Ein Angestellter einer Zügelfirma bei der Arbeit in der Stadt Luzern.
Hier wird die Wohnung öfter gewechselt als in den meisten Orten in der Schweiz: Ein Angestellter einer Zügelfirma bei der Arbeit in der Stadt Luzern.
Foto: Urs Flüeler (Keystone)

Das Immobilienportal Homegate hat in Zusammenarbeit mit der Zürcher Kantonalbank ausgewertet, wie oft hierzulande gezügelt wird. Im vergangenen Jahr war dies bei 9,3 Prozent aller Haushalte und damit fast 425000-mal der Fall. Rund jeder 11. Haushalt wechselte also innerhalb der Schweiz die Wohnung, insbesondere im Bogen zwischen Mittelland und Bodensee, wie die folgende Karte zeigt.

Die Umzugsquote setzt die Anzahl Umzüge ins Verhältnis zum Wohnungsbestand und gilt als Mass für die Liquidität im Immobilienmarkt. Überhaupt nicht liquid sind demzufolge die Regionen Graubünden, Tessin und Wallis. Auch in Teilen des Juras und der Zentralschweiz wird vergleichsweise wenig gezügelt.

Die mit Abstand höchste Liquidität findet sich seit Jahren in der Stadt Zürich. Danach folgen die Bezirke Luzern-Stadt, Lenzburg und Lausanne, die alle eine Umzugsquote von über 12 Prozent aufweisen. Am Ende der Rangliste findet sich mit Goms ein Walliser Bezirk, der eine Quote von lediglich 2 Prozent hat. Abgeschlagen sind auch viele Bündner und Tessiner Bezirke.

In der Regel liegen die Umzugsquoten dort höher, wo rege gebaut wird, und umgekehrt. Des weiteren locken Neubauprojekte aber auch Neuzuzüger an. Gut funktioniert das etwa in den Zürcher Bezirken Dietikon, Uster und Bülach. Fast nirgends wird so viel Wohnfläche realisiert wie hier, dennoch sind die Leerwohnungsziffern mit 1,2 bis 1,8 Prozent tief, weil genügend Zuzüger in die neu gebauten Wohnungen ziehen. Das belegen die relativ hohen Umzugsquoten von 9,6 bis 11,4 Prozent.

Anders sieht es aus im Tessin, wo vergleichsweise wenig gebaut wird. Alle Bezirke inklusive Bellinzona, Locarno und Lugano gehören mit einer Quote zwischen 2,4 und 6,4 Prozent zu den Schlusslichtern.

Allgemein werden die Umzüge in drei Kategorien unterteilt: solche innerhalb des Kantons (beziehungsweise des Bezirks oder der Gemeinde), Zuzüge aus der übrigen Schweiz und solche aus dem Ausland. Bei gut der Hälfte der Umzüge in der Schweiz wird der Kanton gewechselt. In gut einem Viertel der Fälle bleiben die Personen innerhalb des Kantons. Seltener gibt es Zuzüge aus dem Ausland.

In den Städten ist das nicht immer so. Sie weisen die grösste Dynamik auf und verzeichnen oft innerhalb der Stadtgrenzen die meisten Umzüge. Hier wohnen viele kleinere Haushalte von 1 oder 2 Personen, die mobiler sind. Zusätzlich zum liquideren Arbeits- und Mietwohnungsmarkt ist auch der Einwanderungsanteil deutlich höher. In Zürich macht dieser ein Viertel aus, in Genf und Lausanne sogar je rund ein Drittel.

Die höchste Umzugsquote aller Städte und Bezirke weist Zürich auf. Nach wie vor ist die Stadt aufgrund der Situation am Arbeits- und Bildungsmarkt ein Magnet, weshalb sich auch die Bautätigkeit hier konzentriert. Die innerstädtische Umzugsquote liegt bei hohen 13,6 Prozent. Das heisst: Eine Wohnung wird im Schnitt nur rund 7 Jahre von denselben Personen belegt. Diese verhältnismässig tiefe Dauer geht darauf zurück, dass in Zürich die meisten Leute zur Miete wohnen. Nicht auszuschliessen ist hier zudem der Effekt der an Popularität gewinnenden möblierten Wohnungen, die eine viel kürzere Belegungsdauer zulassen.

Bei den Umzügen innerhalb Zürichs ist auffällig, dass die Distanzen oft kurz sind. Die Menschen ziehen vorzugsweise in ein angrenzendes Quartier oder wenn sie die Stadtgrenzen verlassen, an einen Ort in der Nähe der vorherigen Wohnung. Ist das auch in Ihrer Gemeinde der Fall? Mit den zusätzlichen interaktiven Grafiken von Homegate können Sie es herausfinden.