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Ein klarer Sieger und ein Skandal im Klassiker

Deutschland sorgte im WM-Achtelfinal gegen England für überraschend klare Verhältnisse. Dank einer Doublette von Thomas Müller gewannen die Deutschen 4:1 und stehen zum 15. Mal in Serie in den Top 8.

Der Chelsea-Spieler kanns nicht fassen.
Der Chelsea-Spieler kanns nicht fassen.
Keystone
Auch David Beckham hat gesehen, wie klar der Ball hinter der Linie war.
Auch David Beckham hat gesehen, wie klar der Ball hinter der Linie war.
Keystone
Thomas Müller schliesst einen schnellen Konter über Özil eiskalt ab.
Thomas Müller schliesst einen schnellen Konter über Özil eiskalt ab.
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England reist mit der höchsten Niederlage aller Zeiten an einem grossen Turnier, Wut im Bauch und einer weiteren grossen Enttäuschung nach ebenso grossen Erwartungen nach Hause. Denn für (zurecht) wütende Proteste und den Ruf nach dem Einsetzen von moderner Technologie bei strittigen Aktionen sorgte eine Szene vor der Pause.

Keine Minute nach dem Anschlusstor durch Matthew Upson (37.) prallte ein Schuss von Frank Lampard via Lattenunterkante klar ersichtlich hinter (!) der Torlinie auf, nochmals an die Latte und von dort in die Hände des deutschen Goalies Manuel Neuer. Den Engländern wurde ein klarer Treffer aberkannt, der den Spielverlauf massgeblich beeinflusst hätte. Zur Erinnerung: 1966 hatte der spätere Weltmeister England das 3:2 gegen Deutschland erzielt, was heute noch als umstrittener Treffer gilt. Diese Szene im südafrikanischen Bloemfontein war aber sonnenklar; zumindest der Assistent hätte sehen müssen, dass der Ball von Lampard deutlich hinter der Linie war.

Deutsche Konter, englisches Unvermögen

Schon vor dem Zeitpunkt des angeblichen 2:2 befand sich England in seiner besten Phase der Partie. Die «Three Lions» kamen durch Upsons zweites Länderspieltor zum Anschluss und drückten dann in der zweiten Halbzeit vehement auf den Ausgleich. Deutschlands Platzhälfte wurde minutenlang belagert, zwingend agierte England allerdings mit Ausnahme von Lampards zweitem Lattenschuss nicht wirklich.

Die Entscheidung führte Deutschland mit zwei Kontern aus dem Lehrbuch herbei, beide Male hiess der Torschütze Thomas Müller. Der Shooting Star von Bayern München, der vor einem Jahr noch in der dritten Liga gekickt hatte, traf in der 67. zum 3:1 und drei Minuten später zum 4:1. Beide Male hatte das jüngste deutsche WM-Team seit 1934 nach Standards den Ball abgewehrt, maximal zwei Ballberührungen später lag er hinter Englands Goalie David James.

Dank dem zwölften WM-Tor des nach seiner Sperre wieder ins Team gerückten Miroslav Klose (20., nach Abstoss von Goalie Neuer) und Lukas Podolskis Treffer aus spitzem Winkel führte Deutschland nach etwas mehr als einer halben Stunde bereits 2:0. England war bis zu diesem Zeitpunkt ohne Chance gewesen, der Auftritt der Deutschen erinnerte zuweilen an das 4:0 zum Vorunden-Auftakt gegen die inferioren Australier.

si/fal

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