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Wohin es die Nachtigall zieht

Schweizer Forscher haben herausgefunden, wo Nachtigallen aus dem Raum Basel überwintern: Mehrheitlich verbringen sie die Wintermonate in der Elfenbeinküste und in Ghana und bleiben dort am liebsten unter sich.

Hightech auf dem Rücken der Nachtigall: Ultraleichter Geolocator liefert Informationen über den Aufenthaltsort.
Hightech auf dem Rücken der Nachtigall: Ultraleichter Geolocator liefert Informationen über den Aufenthaltsort.
Philipp Sprau

Die Nachtigall verbringt nur wenige Monate pro Jahr in Europa. Mehr als die Hälfte der Zeit lebt sie in Afrika oder ist unterwegs. Bislang konnte nur vermutet werden, wo sie überwintert. Die einzigen Hinweise stammten von den wenigen Vögeln, die in Europa beringt und im tropischen Afrika wieder gefunden worden waren.

Um die Winterquartiere der Nachtigallen ausfindig zu machen, verhalfen die Forscher einer alten Methode zu einer Renaissance: Der Positionsbestimmung anhand der Tageslänge.

Dem Winterquatier auf der Spur

Wie die Schweizerische Vogelwarte und die Universität Basel am Montag gemeinsam mitteilten, statteten die Forscher 2009 in der grenznahen Petite Camargue Alsacienne, in der italienischen Po-Ebene und in Bulgarien Nachtigallen mit einem rund 1 Gramm leichten technischen Kleinod, einem so genannten Geolocator, aus. Dieser besteht aus einem Lichtsensor, einem Zeitgeber, einem Datenspeicher und einer Batterie. In einem Zeitintervall von zwei Minuten wird rund um die Uhr die Intensität des Lichts gemessen und gespeichert.

Auf diese Weise konnten sie laut Valentin Amrhein von der Universität Basel für insgesamt 28 Nachtigallen herausfinden, wo diese den Winter verbracht hatten. Da die Messtechnik viel ungenauer ist als bei einem Satellitensender, lassen sich Zugrouten, Rastplätze und Winterquartiere jedoch nur mit einer Genauigkeit von 100 bis zu 200 km identifizieren.

Auffallend war, dass sich die Vögel der verschiedenen europäischen Brutgebiete in Afrika wenig vermischten, sondern in begrenzten Gebieten überwinterten. So verbrachten die Nachtigallen aus dem Raum Basel den Winter mehrheitlich in der Elfenbeinküste und Ghana.

Die Singvögel aus Norditalien hingegen überwinterten weiter im Osten, zwischen Ghana und Nigeria und jene aus Bulgarien vom Tschad bis zur Demokratischen Republik Kongo und Uganda.

Damit die Nachtigall effizient geschützt werden kann, muss ihr Winterquartier erforscht werden. «Nur so können die von den Nachtigallen dringend benötigten Lebensräume und Gebiete vor der Zerstörung geschützt werden», wird Steffen Hahn von der Vogelwarte zitiert.

SDA

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