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Wo bleibt im Studienbetrieb die Bildung?

Die Bologna-Reform hat zur Jagd nach Punkten an den Hochschulen geführt. Und zur Verabreichung des Wissens in fixen Rationen. Das dämpft Eigeninitiative und kritischen Geist.

Zwischen 37 und 65 Stunden Studium pro Woche sind verlangt: Studenten in der Bibliothek des Rechtswissenschaftlichen Instituts der Universität Zürich.
Zwischen 37 und 65 Stunden Studium pro Woche sind verlangt: Studenten in der Bibliothek des Rechtswissenschaftlichen Instituts der Universität Zürich.
Keystone

Die Bologna-Reform wollte einen europäischen Hochschulraum mit vergleichbaren Abschlüssen schaffen. Das tönt traumhaft. Konkret haben die zwischen 2004 und 2007 an der Universität und der ETH Zürich umgesetzten Massnahmen aber dazu geführt, dass das Studium verschult und unflexibel wurde. Es basiert heute auf Punkten. Einen Punkt bekommt man für einen Arbeitsaufwand von 30 Stunden. Pro Semester hat man der Vorgabe zufolge insgesamt 30 Punkte zu erarbeiten, was einen Arbeitsaufwand von 900 Stunden bedeutet. Man spricht von Arbeit. Die Rechnung ergibt eine Arbeitswoche, die zwischen 37 und 65 Stunden variiert. Das Studium soll eine Vollzeitbeschäftigung sein.

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