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Zürich, London und Tokio fotografiert von der ISS

So scharfe Nachtaufnahmen aus dem Weltall gab es bisher nicht. Ein Astronaut machte die Fotos – in seiner Freizeit und mithilfe von Ersatzteilen.

Aus dem Weltall sind auch in der Nacht unglaublich viele Details auf der Erde zu erkennen. Diese zu fotografieren, war aber lange Zeit unmöglich: Die Bilder müssen in der Nacht lange belichtet werden, doch gleitet die Erde unter der Kamera weg. Die Aufnahmen sind schliesslich entsprechend verschwommen. Die einzigen Nachtaufnahmen aus dem All waren denn bisher auch jene, welche die Lichtspuren der Städte zeigen, aufgenommen von einem Satelliten.

Dass er seine Beobachtungen nicht fotografisch festhalten konnte, ärgerte den amerikanischen Astronauten Donald Pettit. Als er sechs Monate auf der internationalen Raumstation ISS stationiert war, baute er in seiner Freizeit eine Apparatur, mit der sich der Geschwindigkeitunterschied von ISS zur Erdoberfläche ausgleichen lässt. Er machte sich dazu auf die Suche nach ungebrauchten Ersatzteilen auf der ISS. Er fand eine Halterung für eine Imax-Kamera, mit welcher ein Imax-Film über die Raumstation gedreht worden war. Diese baute er so um, dass sie in eine Richtung schwenkbar war – und zwar mit einem Akkuschrauber. So konnte er manuell die Bewegung ausgleichen.

Die Fotos zeigen die Struktur der Städte

Was herauskam, sind atemberaubende Aufnahmen von Städten in der Nacht. Anders als die schwarzweissen Satellitenaufnahmen sind Pettits Fotos farbig und zeigen die Städte mit einer Auflösung von 60 Metern. Pettit fotografierte zahlreiche Städte, von Zürich über London und Chicago bis São Paulo und Tokio. Sie zeigen insbesondere auch die Struktur der Städte: Die spinnennetzartigen Strassen der alten europäischen Städte und die klaren Nord-West-Gitter der amerikanischen Städte.

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