Zum Hauptinhalt springen

Wie gefährlich ist die Megabombe der USA?

Die «Mutter aller Bomben» hinterlässt einen Krater von 150 Metern und kostet rund 14 Millionen Dollar. Einige Fakten in der Übersicht.

Von der US-Armee in Afghanistan eingesetzt: Eine GBU-43/B auf der Eglin Air Force Base in Florida (Archiv). Video: Tamedia/United States Air Force

Erstmals haben die USA die Bombe des Typs GBU-43/B Massive Ordnance Air Blast, kurz MOAB, über der afghanischen Provinz Achin abgeworfen. Sie sei «die grösste nicht-nukleare Bombe, die jemals im Kampf eingesetzt wurde», sagte US-Luftwaffensprecher Pat Ryder. Hier einige Besonderheiten der Superbombe:

  • Die Masse

Der Sprengkörper ist über 9 Meter lang und hat einen Durchmesser von 103 Zentimetern. Im Innern befinden sich rund 8500 Kilogramm Sprengstoff, was einer Sprengkraft von 11 Tonnen TNT entspricht. Zum Vergleich: Die Sprengkraft der Hiroshima-Bombe wird mit 15 Kilotonnen angegeben.

Die Kosten einer MOAB betragen rund 14 Millionen US-Dollar.

9 Meter lang: Eine MOAB auf der Eglin Air Force Base in Florida. (Archivbild)
9 Meter lang: Eine MOAB auf der Eglin Air Force Base in Florida. (Archivbild)
  • Der Name

«Massive Ordnance Air Blast» bedeutet etwa «massives Geschütz für Luftschläge». Im Militärjargon wird die MOAB jedoch «Mother of all bombs», also «Mutter aller Bomben», genannt. Dies ist eine mögliche Anspielung auf den im zweiten Golfkrieg von Saddam Hussein geprägten Ausdruck «Mutter aller Schlachten».

  • Der Abwurf

Die MOAB wird aus grosser Höhe aus dem Flugzeug abgeworfen. Ein Fallschirm zieht die Bombe aus der Maschine und wird kurz darauf ausgeklinkt. «Wir haben sie aus der Hintertür getreten», beschreibt ein Offizieller des Militärs gegenüber «Fox News» den Vorgang. Per GPS kann die Bombe genau an ihr Ziel gesteuert werden.

Für den Einsatz wird ein spezielles Frachtflugzeug benötigt, normale Bomber können die MOAB nicht transportieren. In Afghanistan kam eine MC-130-Transportmaschine zum Einsatz.

  • Die Zerstörungskraft

Die Bombe explodiert nicht erst am Boden wie andere Bomben, sondern kurz davor. So entsteht eine grosse Druckwelle, die eine Fläche von Dutzenden Quadratkilometern zerstören kann. Allein der Krater nach dem Einschlag der Bombe ist bis zu 150 Meter gross.

Der Gouverneur der Provinz Achin, Esmail Shinwari, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Explosion durch die Bombe sei «die grösste gewesen, die ich jemals gesehen habe». Riesige Flammen seien in der Gegend hochgeschlagen.

Ähnliche Beobachtungen wurden auch bei einem Test in Florida gemacht: Die Explosion war auch in 32 Kilometer Entfernung zu sehen, der Rauchpilz war gegen 3000 Meter hoch.

Riesiger Rauchpilz: Bild des MOAB-Tests in Florida. (Archivbild)
Riesiger Rauchpilz: Bild des MOAB-Tests in Florida. (Archivbild)

Rüstungsexperten weisen jedoch darauf hin, dass auch ein voll beladener Kampfjet eine wohl ähnliche Vernichtung anrichten kann.

  • Die Einsatzmöglichkeiten

Wegen ihrer Grösse und Zerstörungskraft ist die Bombe nicht für kleine Ziele geeignet. Sie wurde während des Irakkriegs für den Einsatz gegen grosse Truppenansammlungen und Bunkeranlagen entwickelt. Damals suchten die USA unter Präsident George W. Bush eine stärkere Bombe als die BLU-82 (Daisy Cutter). 2003 wurde die Bombe erfolgreich getestet, aber nie eingesetzt – bis gestern. «Es war die richtige Waffe für das richtige Ziel», lautete es gemäss «Fox News» aus dem US-Militär.

Die MOAB gilt vor allem als Mittel der psychologischen Kriegsführung.Während die USA die «Mutter aller Bomben» besitzen, will Russland den «Vater aller Bomben» besitzen. Die Russen sprechen von einer Sprengkraft von rund 44 Tonnen TNT.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch