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Sonnenfinsternis wird zum Stresstest für Stromnetzbetreiber

Die durch die Sonnenfinsternis erzeugten Schwankungen in der Solarstromversorgung erfordern von den Betreibern viel Flexibilität im Umgang mit Energiereserven – nach der Energiewende wird dies jedoch der Regelfall sein.

Eine Sonnenfinsternis erzeugt erhebliche Schwankungen in der Solarstromversorgung: Der Mond schiebt sich vor die Sonne. (4. Januar 2011)
Eine Sonnenfinsternis erzeugt erhebliche Schwankungen in der Solarstromversorgung: Der Mond schiebt sich vor die Sonne. (4. Januar 2011)
Keystone

Experten sehen die partielle Sonnenfinsternis am Freitag als wichtigen Test für künftige Herausforderungen der Energiewende. «Wenn das heutige, vergleichsweise inflexible Stromsystem die Sonnenfinsternis meistert, dann wird das Stromsystem des Jahres 2030 mit vergleichbaren Situationen spielend umgehen», erklärte der Direktor des Instituts Agora Energiewende, Patrick Graichen, in Berlin; denn im Rahmen der Energiewende müsse das Stromsystem ohnehin deutlich flexibler werden.

Hintergrund ist, dass durch die Sonnenfinsternis nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik am Freitagvormittag in Deutschland zunächst ein kurzfristiger Leistungsabfall bei Solarenergie und kurz danach ein – wegen des dann höheren Sonnenstandes – noch steilerer Anstieg erfolgen dürfte. Die Schwankungsbreite wird dabei jeweils innerhalb einer Stunde auf um die 15 Gigawatt geschätzt, was ungefähr der Leistung der gleichen Zahl von Grosskraftwerken entspricht.

Frühzeitig mit Reserven eindecken

Dies lasse sich aber bewältigen, weil sich die Betreiber laut Agora Energiewende bereits frühzeitig mit Reserven zum Ausbalancieren der Schwankungen eingedeckt haben. Viele flexible Erzeugungsanlagen müssen dann die Ausschläge beim Solarstrom ausgleichen. Dies sei genau die Situation, die künftig, wenn der Strombedarf zur Hälfte oder darüber hinaus durch erneuerbare Energien abgedeckt wird, der Regelfall sein werde, teilte das Institut mit:

Die Sonnenfinsternis, bei der bis zu 82 Prozent der Sonnenfläche durch den Mond abgedeckt werden, kann in Deutschland am Freitag von etwa 9.30 bis 12.00 Uhr beobachtet werden. Dabei könnte es allerdings auch sein, dass all die Sicherheitsvorkehrungen gar nicht benötigt werden: Sollte der Himmel bewölkt sein, bleibt der Einfluss der Verfinsterung auf die Stromnetze gering.

(AFP)

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