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So rüsteten die Länder ihre Armeen auf

Drohnen, Flugzeugträger, Kampfflugzeuge: 2013 wurde wieder kräftig in Waffen und militärische Geräte investiert. Die USA stehen unangefochten an der Spitze, dahinter gab es jedoch bedeutende Verschiebungen.

Immer mehr Gelder werden für unbemannte Drohnen aufgewendet: Die US-Navy startete erstmals eine X-47B-Kampfdrohne von einem Flugzeugträger aus: Soldaten auf der USS George H. W. Bush sehen der Drohne nach. (14. Mai 2013)
Immer mehr Gelder werden für unbemannte Drohnen aufgewendet: Die US-Navy startete erstmals eine X-47B-Kampfdrohne von einem Flugzeugträger aus: Soldaten auf der USS George H. W. Bush sehen der Drohne nach. (14. Mai 2013)
Jason Reed, Reuters
Immer noch Rüstungsweltmeister: Der amerikanische Flugzeugträger USS George Washington in Hongkong. (10. Juli 2012)
Immer noch Rüstungsweltmeister: Der amerikanische Flugzeugträger USS George Washington in Hongkong. (10. Juli 2012)
Bobby Yip, Reuters
Gab unter den europäischen Ländern am meisten für Rüstung aus: Ein Zusammenschluss der britischen und irischen Armee auf dem Weg nach Mali. (27. März 2013)
Gab unter den europäischen Ländern am meisten für Rüstung aus: Ein Zusammenschluss der britischen und irischen Armee auf dem Weg nach Mali. (27. März 2013)
epa/Cpl Joe Blogs/MoD
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Die USA bleiben nach Einschätzung des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) absehbar die entscheidende Militärmacht auf der Welt. Dies trotz grosser Rüstungsanstrengungen in China.

Dem Bericht zufolge bestätigt sich die Tendenz, dass die asiatischen Länder stetig aufrüsten. Demnach stiegen die Ausgaben effektiv, also nach Herausrechnung der Inflation, zwischen 2010 und 2013 auf dem asiatischen Kontinent um 11,6 Prozent.

An vorderer Front sind dort China, Japan und Südkorea. Zuletzt war die Region unter anderem wegen des andauernden Inselstreits zwischen China und Japan und der anhaltenden militärischen Drohungen aus Nordkorea von verstärkten Spannungen geprägt.

Europäische Truppen müssen Kräfte bündeln

China unternehme erhebliche Anstrengungen etwa beim Bau von Flugzeugträgern, sagte der Generaldirektor des Instituts, John Chipman, in London. Er stellte den neuen Bericht über das weltweite militärische Gleichgewicht vor, in dem das IISS die Rüstungsaktivitäten von 171 Ländern untersucht. China habe mit 112 Milliarden Dollar (etwa 100 Milliarden Franken) das zweitgrösste Rüstungsbudget der Welt, heisst es. Die USA lägen mit über 600 Milliarden Dollar (etwa 540 Milliarden Franken) aber weit voraus. An dritter Stelle steht Russland mit 68,2 Milliarden Dollar (etwa 60 Milliarden Franken), gefolgt von Saudiarabien mit 59,6 Milliarden Dollar (etwa 53 Milliarden Franken).

In Europa sanken die Ausgaben im vergangenen Jahr erneut um 2,5 Prozent, wie aus dem Bericht hervorgeht. Damit setze sich der Trend seit 2010 fort. Deutschland rangiert demnach bei den Militärausgaben mit 44,2 Milliarden Dollar (etwa 40 Milliarden Franken) unter den europäischen Staaten nach Grossbritannien und Frankreich auf Platz drei, weltweit auf Platz acht.

Gründe für die niedrigeren Ausgaben in Europa seien unter anderem Sparmassnahmen in den einzelnen Ländern. Die europäischen Truppen müssten daher enger zusammenarbeiten, um die Kräfte zu bündeln, schlussfolgert der Bericht. Ein Beispiel dafür sei der Einsatz in Mali, wo europäische Verbündete Frankreich unterstützen.

Drohnen als militärisches Mittel

Weiter prognostiziert das Institut in seinem Bericht, dass Drohnen künftig häufiger zu militärischen Zwecken eingesetzt werden. Die Experten begründen dies mit dem technischen Fortschritt, der den Einsatz der unbemannten Flugzeuge kostengünstiger mache. Nicht nur nur westliche Staaten könnten sich Drohnen leisten, sondern auch finanzschwächere Länder, Unternehmen oder Privatpersonen. Im Dezember hatte etwa der US-Konzern Amazon erklärt, seine Kunden künftig mit Hilfe unbemannter Flugroboter beliefern zu wollen. Auch die Deutsche Post testete kürzlich die Zustellung von Päckchen per Drohne. Dem IISS-Bericht zufolge könnten die Flugkörper künftig auch zur Überwachung von Pipelines oder in der Landwirtschaft eingesetzt werden.

Der «Military Balance 2014«-Report sieht vor diesem Hintergrund aber schwierige rechtliche und ethische Diskussionen über den militärischen Einsatz der Drohnen. Dass eine «tödliche Aktion von einer Maschine entschieden» werde, bleibe eine Grenze, die die Gesetzgebung und die Öffentlichkeit «wahrscheinlich nicht bereit sein werden zu überschreiten». Die «Verbreitung und Sichtbarkeit» der Flugkörper und deren Nutzung führten nun verstärkt zu Debatten, ob die Drohnen tatsächlich ein angemessenes Mittel bei militärischen Konflikten seien.

sda/AFP/ajk

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