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Russische Sojuskapsel verfehlt Raumstation

Das Raumschiff hätte um 5.04 MESZ an der ISS andocken sollen, verfehlte allerdings das Ziel. Nun müssen die Astronauten 34 «Strafrunden» um die Erde drehen. Pikant: An Bord ist auch ein Amerikaner.

Ziel erreicht: Die Sojus TMA-12M, kurz bevor sie an der ISS andockt. (27. März 2014)
Ziel erreicht: Die Sojus TMA-12M, kurz bevor sie an der ISS andockt. (27. März 2014)
AFP
Startete am Dienstagabend vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan: Die russische Sojuskapsel hätte eigentlich nach sechs Stunden an der Raumstation ISS andocken sollen. (26. März 2014)
Startete am Dienstagabend vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan: Die russische Sojuskapsel hätte eigentlich nach sechs Stunden an der Raumstation ISS andocken sollen. (26. März 2014)
Dmitry Lovetsky, Keystone
Hier war das Manöver geglückt: Blick aus der Internationalen Raumstation ISS auf eine angedockte Sojuskapsel und die Erde. (15. August 2012)
Hier war das Manöver geglückt: Blick aus der Internationalen Raumstation ISS auf eine angedockte Sojuskapsel und die Erde. (15. August 2012)
Russian Federal Space Agency, Keystone
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Die beiden russischen Kosmonauten Alexander Skwortsow und Oleg Artemiew sowie der US-Astronaut Steven Swanson starteten am Dienstagabend vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan. Alle Phasen des Flugs verliefen offiziellen russischen Angaben zufolge zunächst wie geplant.

Das Raumschiff sollte eigentlich nach sechs Stunden am Mittwochmorgen um 5.04 MEZ an die ISS andocken. Dies wurde aber nach Angaben von Roskosmos durch «Komplikationen in der Funktionsweise des Orientierungssystems des Raumschiffes» verhindert.

Nasa vermutet Problem mit Korrekturdüsen

Zu den Gründen für das Fehlschlagen des Andockmanövers gab es verschiedene Hypothesen, darunter ein Fehler am Raumschiff oder ein Fehler in der Berechnung.

Nach Einschätzung der US-Weltraumbehörde Nasa funktionierte offenbar eine der Korrekturdüsen an dem Raumschiff nicht richtig. Es besteht aber «keinerlei Gefahr für die Besatzung», versicherte Nasa-Sprecher Rob Navias. Er verwies darauf, dass es den Kurzflug von nur sechs Stunden bis zur ISS erst seit 2013 gibt. Bis dahin seien zwei Tage normal gewesen – und diese alte Prozedur werde nun genutzt. Das bedeutet, dass die Männer an Bord nun vor dem Andocken 34-mal um die Erde kreisen statt wie ursprünglich geplant viermal.

USA und Russland zu Kooperation verdammt

Der Chef des staatlichen russischen Raketenherstellers Energia, der die Sojus-Raketen herstellt, mutmasste seinerseits über einen Rechenfehler bei der Planung des Flugs. «Es kann Mathematik sein, es kann ein Übertragungsproblem sein oder dass die Düse ausfiel. Aber höchstwahrscheinlich war es ein mathematisches Problem», sagte Witali Lopota nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax.

Das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist wegen des Streits um die bislang ukrainische Halbinsel Krim derzeit stark angespannt. Allerdings sind die beiden Länder bei der ISS zur Zusammenarbeit verdammt. Die USA sind auf die Nutzung der russischen Sojus-Raketen angewiesen, da sie seit dem Ende des Space-Shuttle-Programms Astronauten nicht mehr selbst ins All bringen können. Insgesamt sind 16 Staaten an der ISS beteiligt. Finanziert wird sie vor allem von Russland und den USA.

AFP/cpm

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