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Nach 17 Stunden gelandet

Das Solarflugzeug Solar Impulse ist im Süden von Marokko sicher gelandet. Hitze und Kälte plagten den Piloten.

Um 1.26 Uhr Schweizer Zeit ist das Solarflugzeug Solar Impulse in Ouarzazate im Süden von Marokko sanft gelandet, wie Solar Impulse auf seiner Webseite mitteilte. Das Flugzeug war am Donnerstagmorgen um 8.05 Uhr in Rabat gestartet.

Es war bereits der zweite Versuch für den 683 Kilometer langen Flug gewesen. Während der über 17 Flugstunden musste Solar Impulse auf bis 9000 Meter steigen. Ein erster Versuch hatte vergangene Woche wegen ungünstigen Wetters abgebrochen werden müssen.

Hitze und Kälte

Pilot des Fluges war André Borschberg. Er habe unterwegs zunächst unter der Hitze und dann unter der Kälte gelitten, sagte er in einem auf der Webseite publizierten Interview. Der Blick aus dem Cockpit auf das Atlasgebirge sei schlichtweg atemberaubend gewesen. Borschberg war nach Angaben von Solar Impulse mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 65 Kilometer pro Stunde unterwegs gewesen.

30 Minuten nach der Landung in Ouarzazate verliess Borschberg das Cockpit. Er wurde vom Solar-Impulse-Team begeistert empfangen. Erwartet wurde er auch von einer offiziellen Delegation von Marokko und Folkloregruppen.

Sein Flug habe in mehrerer Hinsicht Symbolcharakter, sagte Borschberg. Er habe nämlich nicht nur am ersten Tag des Sommers stattgefunden, sondern auch zeitgleich mit dem UNO-Nachhaltigkeitsgipfel in Rio de Janeiro.

«Dass viele Staatschefs nicht nach Rio gereist sind, zeigt leider, dass die Umweltfrage noch nicht ernst genommen wird», sagte Borschberg. Solar-Impuls-Initiator Bertrand Piccard freute sich darüber, dass nun nicht mehr technische Fragen im Vordergrund stünden, sondern das Abenteuer der Menschen.

Probeflug im wüstenartigen Klima

Mit der Reise in den Süden von Marokko erprobt das nur mit Sonnenenergie betriebene Flugzeug ein gebirgiges und wüstenartiges Klima mit sehr wechselhaften meteorologischen Bedingungen.

Das Flugzeug Solar Impulse war Ende Mai in Payerne VD zu seinem ersten Interkontinentalflug gestartet und über Madrid und Rabat in den Süden Marokkos gelangt. Es wird nun mit denselben Etappen in die Schweiz zurückgebracht.

Das 1,6 Tonnen schwere Fluggerät mit der Spannweite eines Airbus A340 kann sich allein mit Sonnenenergie bewegen. Tagsüber wird für Nachtflüge Energie gespeichert. Der Prototyp wurde in sieben Jahren konstruiert. Das Projekt «Solar Impulse» wurde 2003 lanciert.

Der Afrika-Flug von Solar Impulse war der letzte vor der geplanten Weltreise im Jahr 2014. Für die Erdumrundung wird ein neues Solarflugzeug gebaut, welches grösser ist und dem Piloten mehr Platz im Cockpit bietet.

SDA/mw

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