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Die Evolution im eigenen Körper

Mendel lag daneben: Wir besitzen viele genetische Identitäten, ein ganzes Erbgut-Mosaik. Selbst das Gehirn kennt mehr als ein «Ich».

Jeder Mensch besteht gewissermassen nicht nur aus einem Bild – sondern aus unzähligen. Foto: Thomas Northcut (Getty Images)

Jeder Mensch besteht gewissermassen nicht nur aus einem Bild – sondern aus unzähligen. Foto: Thomas Northcut (Getty Images)

Kathrin Zinkant@zinkant

Das Baby war sieben Wochen zu früh auf die Welt gekommen, aber bis auf die verwachsenen Finger und Zehen des Kindes schien alles in Ordnung zu sein. Auch die Finger der Mutter waren auf der rechten Körperseite leicht verwachsen, eine gutartige Anomalie, die in der Familie wohl verbreitet war – vermuteten die Ärzte. Doch als der Säugling operiert wurde, entdeckte man zusätzlich ein Herzleiden, und wie sich zeigte, litt das Baby unter dem Timothy-Syndrom, einer seltenen, schweren Erbkrankheit, die von Vater und Mutter zugleich übertragen wird. Der Gentest des Kindes bestätigte den Verdacht. Der Test der Mutter allerdings widersprach ihm: Ihre Zellen, so schien es, waren ganz normal. Aber wie konnte das Kind dann so krank werden?

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