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Häuser heizen ohne dicke Mauern

Mit dem ETH-Gebäudesystem 2SOL sollen neue Massstäbe für die Energiewende gesetzt werden. Häuser dämmen ist nicht mehr der alleinige Schlüssel, um Energie und Emissionen zu sparen.

Das Tempo empfindet er selbst als «unheimlich». Vor drei Jahren sprach Hansjürg Leibundgut noch von Experimentieren. Der emeritierte Professor für Gebäudetechnik an der ETH Zürich hatte sein Mehrfamilienhaus an der Bolleystrasse 35 im Zürcher Hochschulquartier aufwendig und kostspielig saniert und zum «Labor B35» gemacht. Seither testen und optimieren ETH-Ingenieure und Studenten sein Energiekonzept. Und nun soll in den nächsten Wochen das System 2SOL der Öffentlichkeit vorgestellt werden. «Das System ist marktreif», sagt Leibundgut und ergänzt: Ohne sein Forschungsteam und das Netzwerk der Industrie wäre dies in so kurzer Zeit nicht möglich gewesen.

Das Prinzip des Systems ist im Grunde einfach und nicht neu: Im Sommer wird Wärme für die Nutzung im Winter geerntet und im Boden gespeichert. Das Besondere ist jedoch das Gesamtsystem, das laut Leibundgut selbst am kältesten Tag im Jahr genügend Energie ohne CO2-Emissionen aus dem Erdspeicher bereitstellt – vorausgesetzt, der Winterstrom stammt aus einer erneuerbaren Quelle.

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