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Erwacht Philae schon bald wieder?

Im November verstummte die Raumsonde Philae – jetzt gibt es Hoffnung auf ein baldiges Erwachen. Doch selbst dann brauchen die Forscher Geduld. Wo die Sonde genau gelandet ist, ist noch immer unklar.

Visualisierung des Ortes, an dem sich Philae befinden könnte. (13. November 2014)
Visualisierung des Ortes, an dem sich Philae befinden könnte. (13. November 2014)
ESA
Bilderserie zeigt den Hüpfer von Landeeinheit Philae auf dem Kometen  67P/Churyumov-Gerasimenko: Das erste Bild (l.) zeigt den Ort vor der Landung Philaes, das zweite kurz nach dem Aufprall mit dem Schatten des aufgewirbelten Staubs. Das dritte Bild ist das selbe wie das zweite, die kleinen roten Kreise zeigen die wahrscheinliche Position von Philae und ihrem Schatten. (12. November 2014)
Bilderserie zeigt den Hüpfer von Landeeinheit Philae auf dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko: Das erste Bild (l.) zeigt den Ort vor der Landung Philaes, das zweite kurz nach dem Aufprall mit dem Schatten des aufgewirbelten Staubs. Das dritte Bild ist das selbe wie das zweite, die kleinen roten Kreise zeigen die wahrscheinliche Position von Philae und ihrem Schatten. (12. November 2014)
ESA/Rosetta/Philae/CIVA/NAVCAM, AFP
Nach sechs Milliarden Kilometern: Im November soll der Landeroboter auf dem Himmelskörper abgesetzt werden.
Nach sechs Milliarden Kilometern: Im November soll der Landeroboter auf dem Himmelskörper abgesetzt werden.
EPA/ESA, Keystone
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Nach ihrer spektakulären Kometenlandung im November könnte die verstummte Raumsonde Philae im Frühling aus ihrem Winterschlaf erwachen – dies hoffen jedenfalls die Wissenschaftler der europäischen Kometenmission Rosetta. «Die grösste Wahrscheinlichkeit besteht im Mai, dass wir in Kontakt mit Philae treten können», erklärte der Projektleiter Stephan Ulamec vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln. «Wir werden aber bereits ab Ende März versuchen, ob Philae schon ausreichend stark von der Sonne angestrahlt und mit Energie versorgt wird.»

Die Rosetta-Landeeinheit Philae war am 12. November planmässig auf die Oberfläche ihres Zielkometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko – kurz Tschury genannt – herabgesunken. Allerdings kam die kühlschrankgrosse Sonde erst nach zwei Hüpfern und der leichten Berührung eines Felsbrockens abseits des ursprünglich vorgesehenen Landeplatzes zum Stehen. Da sie dort zu wenig Sonnenenergie erhält, waren ihre Batterien bereits nach 56 Stunden wissenschaftlicher Arbeit erschöpft. Am 15. November verabschiedete sich Philae in den Winterschlaf.

Astronomen brauchen Geduld

Nun hoffen sie Forscher, dass die Landeinheit auf dem weiteren Flug des Tschury genannten Kometen in Richtung Sonne demnächst wieder genügend Energie bekommt, um sich zurückzumelden. Sollte sich Philae tatsächlich melden, müssen die Wissenschaftler dennoch zunächst Geduld beweisen.

Denn laut DLR könnte es mehrere Wochen dauern, bis der Lander nach dem ersten Aufwachen ausreichend Energie erhält. Im Sommer hätte Philae dann voraussichtlich genug Energie gespeichert, um über mehrere Stunden hinweg seine Instrumente zur Erforschung von Tschury einzusetzen.

Wo genau die kleine Raumsonde auf dem Kometen gelandet ist, konnten die Wissenschaftler auch zweieinhalb Monate nach den Lande-Hüpfern von Philae noch nicht feststellen. Immerhin gelang es ihnen, das Suchgebiet auf eine Region von 350 mal 30 Metern Grösse auf dem «Kopf» des zweigeteilten Kometen eingrenzen.

Schwierige Ortung

Die Suche nach Philae wird vor allem durch unübersichtliche Geröllfelder und schwierige Belichtungsverhältnisse auf der Kometenoberfläche erschwert, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen berichtete.

Demnach muss die endgültige Landestelle von Philae, die mittlerweile den Namen Abydos trägt, ein unwirtlicher Ort mit hohen Klippen und einer zerfurchten Oberfläche sein. «Für das Auffinden von Philae ist dieses Gebiet äusserst ungünstig», erklärte der MPS-Forscher Holger Sierks, der das Team des wissenschaftlichen Kamerasystems Osiris an Bord der Muttersonde Rosetta leitet.

Nach zehnjähriger Reise durch das Sonnensystem hatte die Rosetta-Sonde mit Philae huckepack im vergangenen August den Kometen erreicht. Aus einer Umlaufbahn erforscht Rosetta seither den kleinen Himmelskörper, der sich im Anflug auf die Sonne befindet. Dabei enthüllten die Rosetta-Instrumente bizarre Landschaften auf Tschury. Zudem fanden die Forscher heraus, dass der Komet eine geringe Dichte aufweist und eine wärmeisolierende Schicht an seiner Oberfläche besitzt.

SDA/rar

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