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Der US-Armee fehlen Drohnenpiloten

Drohnen sind unbemannt, ohne Piloten kommen sie trotzdem nicht aus. Die harten Jobbedingungen: 14 Stunden an sechs Tagen in der Woche. Die Air Force braucht immer mehr Piloten – und lockt mit einem hohen Bonus.

Mit Kameras ausgerüstet soll die Drohne den Gegner ausspionieren.
Mit Kameras ausgerüstet soll die Drohne den Gegner ausspionieren.
Keystone
Die Piloten sitzen meist Tausende Kilometer weit weg vom Kampfgebiet.
Die Piloten sitzen meist Tausende Kilometer weit weg vom Kampfgebiet.
Keystone
Die Zukunft des unbemannten Luftkampfes soll bald noch viel moderner werden.
Die Zukunft des unbemannten Luftkampfes soll bald noch viel moderner werden.
Keystone
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Die US-Luftwaffe hat ein Problem. Es mangelt ihr an Piloten – für Drohnen. Das sind zwar unbemannte Flugzeuge, aber auch sie brauchen eine Crew, Experten, die sie betreuen und steuern. Die Einsätze dieser Flugmaschinen sind in den vergangenen Jahren immer wichtiger und häufiger geworden. Vor allem im Antiterrorkampf bilden sie mittlerweile eine feste Säule. Das hat zu einer zunehmenden Personalknappheit geführt. Nun muss sich die Air Force etwas einfallen lassen.

«Dies ist eine Streitmacht, die angesichts eines unerbittlichen Einsatztempos unter erheblichem Stress steht», sagte US-Luftwaffenministerin Deborah Lee James kürzlich. «Wir müssen das in den Griff bekommen», meint auch Air-Force-Stabschef Mark Welsh. Der General weist darauf hin, dass die Teilstreitkraft nur 180 Drohnenpiloten im Jahr ausbilden könne, aber der Bedarf bei 300 liege. Die Luftwaffe verliere jährlich ungefähr 240 Piloten, sei es durch Ausscheiden aus dem Militär oder konkurrierende Jobangebote.

Stressjob Drohnenpilot: Eindrückliche Kurzdokumentation über Drohnenpiloten in Nevada. (Quelle: Youtube / quittingtomorrow)

Was also tun? James setzt zum einen auf finanzielle Anreize. Drohnenpiloten erhalten bereits monatlich einen Bonus von 600 Dollar. Die Ministerin will diesen Betrag auf 1500 Dollar erhöhen. Das soll jene, die sich für sechs Jahre verpflichtet haben und deren Dienstzeit abläuft, zum Bleiben ermuntern. James will auch Mittel in ihrem Budget so verlagern, dass einige Teilzeit- und Reservepiloten in den aktiven Dienst gebracht werden können.

988 im Einsatz – 1200 benötigt

Die Air Force hofft ausserdem darauf, dass 33 Piloten, die vorübergehend Drohnen bedienen und im Sommer zu ihren ursprünglichen Flugzeugen zurückkehren sollen, zu einer freiwilligen Verlängerung überredet werden können.

Der Mangel hatte schon vor Jahren eingesetzt. Angesichts zunehmender Aufklärungs- und Angriffsoperationen zwang die Luftwaffe Kampfpiloten 2008 dazu, vorläufig auf Drohnenbedienung umzusteigen. Vor allem beim US-Einsatz in Afghanistan wurden unbemannte Flugzeuge so wichtig und häufig, dass die Luftwaffe vor zwei Jahren alle Mühe hatte, allein hier eine Lücke von 300 Piloten zu füllen.

Er leidet an einem Trauma nach seinem Job als Drohnenpilot: Im amerikanischen Politmagazin «Democracy Now!» spricht Ex-Pilot Brandon Bryant über seinen ehemaligen Job. (Quelle: Youtube / democracynow)

Zurzeit sind 988 Piloten der bei Aufklärung und Angriffen hauptsächlich eingesetzten Predator- und Reaper-Drohnen im aktiven Dienst. Mehr als 1200 werden benötigt. Drohnenpiloten arbeiten stets sechs Tage hintereinander, durchschnittlich 13 bis 14 Stunden pro Tag. James zufolge kommen sie auf 900 bis 1100 Flugstunden im Jahr, im Vergleich dazu seien es bei Piloten bemannter Flugzeuge zwischen 200 und 300 Stunden.

Reduktion wegen IS nicht möglich

Drohnen absolvieren derzeit jeden Tag 65 Kampfpatrouillenflüge, jeweils 24 Stunden lang. Ziel sind zehn Crews zur Bedienung pro Flug, um unter anderem auch Abwesenheiten wegen Urlaubs, Krankheit und Weiterbildung abdecken zu können. Aber zurzeit kommt die Air Force nur auf acht – und das mit Mühe und Not.

Welsh zufolge war es geplant, die Zahl der täglichen Patrouillen auf 55 zu reduzieren. Aber das sei angesichts der Luftangriffe der USA und Verbündeter im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat im Irak und in Syrien unmöglich geworden. Denn um die Ziele am Boden ausfindig zu machen, sind oft Drohnen nötig. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

SDA/rsz

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