Der neue Wettlauf zum Mond

Chinas Landung auf dem Erdtrabanten werden bald weitere Premieren folgen: Was von Nasa, SpaceX und China als Nächstes zu erwarten ist.

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50 Jahre nach der ersten Landung von Menschen auf dem Mond ist ein weiterer historischer Schritt gelungen: China hat eine Raumsonde auf der Rückseite des Mondes gelandet. Das ehrgeizige und prestigeträchtige Manöver ist Teil eines neuen Wettlaufs auf den Mond.

Gleich mehrere Projekte haben zum Ziel, dem Menschen eine feste Bleibe auf dem Mond zu ermöglichen. Von dort aus soll dann der nächste Schritt erfolgen und Raumfahrer zum Mars gelangen.

Video: China landet Chang'e 4 auf der Rückseite des Mondes

Nie zuvor hat die Menschheit technisches Gerät auf der erdabgewandten Seite des Mondes abgesetzt. China hat das nun geschafft. Video: Reuters

Erst im vergangenen Dezember stellte die Nasa ihren Plan vor, auf Geheiss von Donald Trump eine permanente Basis auf dem Erdtrabanten zu errichten. Die Nasa hat im November mit einem Video für das Projekt «Moon to Mars» geworben. Der Plan sieht unter anderem vor, eine permanente Basis auf dem Erdtrabanten zu errichten. Damit setzt sie die «Space Policy Directive-1» um, die US-Präsident Donald Trump im Dezember 2017 in Auftrag gegeben hat.

Auch die private Firma SpaceX will Menschen zum Mond bringen. Das von Elon Musk gegründete Raumfahrtunternehmen möchte mit einer riesigen Rakete Touristen den Mondflug ermöglichen. Ein Prototyp des wiederverwendbaren Super Heavy Starship befindet sich derzeit im Bau.

Die ursprünglich Big Falcon Rocket getaufte Rakete soll mit 118 Metern höher als die Saturn-V-Rakete des Apollo-Programms werden. Diese war 110 Meter hoch. Zum Vergleich: Eine Boeing 747-8 erreicht eine Länge von 76 Meter.

Die SpaceX-Rakete soll theoretisch eine Besatzung von 100 Menschen aufnehmen können, womit das Unternehmen eine Kolonisierung des Mars anstrebt. Sowohl die Nasa als auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) arbeiten mit SpaceX zusammen.

Eine wiederverwendbare Falcon-9-Rakete brachte im Dezember einen Satelliten mit einem Gewächshaus an Bord ins All. Damit erforscht das DLR den Anbau von Tomaten und anderem Gemüse, womit sich Raumfahrer fern der Erde selbst mit Lebensmitteln versorgen könnten.

Ein grosses Problem gelöst

Wollen sich Menschen über einen längeren Zeitraum im All aufhalten, gilt es, eine Vielzahl von Problemen zu lösen. Alles, was Astronauten zum Überleben brauchen, müssen sie selbst mitbringen: Luft, Wasser, Essen.

Der Mond bietet hier einen Vorteil: Mehrere Missionen in den vergangenen Jahren haben gezeigt, dass es Eis auf dem Mond gibt. Daraus lässt sich nicht nur Wasser gewinnen, sondern auch Sauerstoff zum Atmen und Wasserstoff, der als Treibstoff dient.

Berge des ewigen Lichts

Um ans Wasser auf dem Mond heranzukommen, wäre Bergbau nötig. Mit solar getriebenen Anlagen könnte das Eis aus dem Gestein geholt werden. Neben schattigen Kratern gibt es in der Nähe des Nord- und des Südpols Bergketten, die sich fast immer im Sonnenlicht befinden.

Die ESA-Sonde Smart-1 sowie die Kaguya-Sonde der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa erstellten Karten der Berge des ewigen Lichts. (17. November 2010) Bild: Jaxa

Der französische Astronom Camille Flammarion gab den Bergen, die 1837 erstmals theoretisch angedacht wurden, den Namen «pics de lumière éternelle» – Berge des ewigen Lichts. An diesen Orten gebaute Solaranlagen könnten rund um die Uhr Strom liefern.

China will mehr

Die chinesische Raumfahrtagentur plant noch dieses Jahr eine weitere unbemannte Mondlandung, um Gesteinsproben zur Erde zurückzubringen. Bis 2030 soll dann erstmals ein Chinese einen Fuss auf den Mond setzen. Zudem plant auch China den Bau einer Raumstation. Zeithorizont: 2022. Damit ist es gut möglich, dass die meisten heute lebenden Menschen die Kolonisierung des Mondes erleben werden.

Bildstrecke: Die ersten Bilder der Sonde Chang'e 4

«Moon to Mars»: Die Nasa entwickelt ein von US-Präsident Donald Trump in Auftrag gegebenes Projekt. Der Lander Insight horcht auf dem Mars nach seismischen Aktivitäten. (Visualisierung) Bild: Nasa

Neben wirtschaftlichen Beweggründen gibt es eine Reihe von Argumenten, weshalb bemannte Mond- oder Marsmissionen der Menschheit sinnvoll sind. Einerseits hilft die Forschung im All, Phänomene auf der Erde besser zu verstehen. Astronomen versuchen zudem, die Frage nach der Herkunft des Lebens zu beantworten.

Und nicht zuletzt können solche Megaprojekte die Menschen näher zusammenrücken lassen. Keine Nation wäre laut Wissenschaftlern in der Lage, einen Marsflug allein zu bewerkstelligen. Verfolgen Millionen von Menschen am Fernsehen eine Marslandung, fiebern sie mit den Raumfahrern mit, egal welche Herkunft sie haben.

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 03.01.2019, 13:05 Uhr

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