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Amerikaner melden Durchbruch bei Kernfusion

In nur fünf Jahren will der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin den Prototyp eines Kernfusionsreaktors in Betrieb nehmen. Wenig später soll die Technologie eingesetzt werden – in Kriegsschiffen.

Der Reaktor soll klein genug sein, um auf einen Lastwagen zu passen: Tom McGuire steht neben dem Kernfusionsexperiment in seinem Labor bei den Skunk Works in Palmdale, Kalifornien. (15. Oktober 2014)
Der Reaktor soll klein genug sein, um auf einen Lastwagen zu passen: Tom McGuire steht neben dem Kernfusionsexperiment in seinem Labor bei den Skunk Works in Palmdale, Kalifornien. (15. Oktober 2014)
Lockheed Martin/Handout, Reuters
Sind wichtig, um das Plasma im Reaktor zu halten: Magnetspiralen im Reaktorexperiment. (15. Oktober 2014)
Sind wichtig, um das Plasma im Reaktor zu halten: Magnetspiralen im Reaktorexperiment. (15. Oktober 2014)
Lockheed Martin/Handout, Reuters
Ein Plasmaentlader im Reaktorexperiment von Lockheed Martin.
Ein Plasmaentlader im Reaktorexperiment von Lockheed Martin.
Lockheed Martin/Handout, Reuters
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Der US-amerikanische Rüstungskonzern Lockheed Martin hat einen Durchbruch bei der Kernfusion bekannt gegeben. Innerhalb eines Jahres werde man einen Testreaktor entwerfen und bauen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Bis zu einem Prototyp würden fünf Jahre vergehen, einsatzbereite Modelle seien in zehn Jahren zu erwarten. Die vierjährigen, bislang geheimen Forschungsarbeiten hätten die Machbarkeit eines 100-Megawatt-Reaktors demonstriert, der mit sieben auf zehn Fuss (circa zwei auf drei Meter) auf einen Lastwagen passen würde. Damit könnte das System etwa auch in Kriegsschiffen eingesetzt werden. Der Reaktor soll den Angaben zufolge Deuterium und Tritium als Brennstoff verwenden, beides Varianten von Wasserstoff.

Projektleiter Tom McGuire erklärte, Lockheed suche jetzt nach Partnern in der Industrie, an Universitäten und bei Regierungsstellen, um die Entwicklung voranzutreiben. «Wir können an der Energiefront wirklich etwas bewegen», erklärte er.

Wie bei der Sonne

Bei der Kernfusion wird – wie in der Sonne – Energie durch die Verschmelzung von Atomen gewonnen. Seit Jahrzehnten arbeiten Forscher daran, eine kommerziell nutzbare Form zu entwickeln – bislang ohne Erfolg.

Gehofft wird auf eine saubere Form der Energie: Deuterium findet sich in den Ozeanen, und bei der Fusion werden keine Treibhausgase wie bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe freigesetzt. Es entstehen weder Treibhausgase noch langlebige radioaktive Abfälle. Auch ein GAU wie in Fuku­­shima scheint ausgeschlossen. Dazu enthält ein Fusionsreaktor zu wenig Brennstoff. Die Kernfusion gilt als mögliches Wundermittel gegen das absehbare Ende der fossilen Energieträger und die Gefahren durch CO2 und Atommüll.

Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich laufen Experimente mit der Kernfusionstechnik. Mit handfesten Ergebnissen wurde jedoch erst um das Jahr 2030 gerechnet.

SDA/rub

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