Ebay-Kunden vertrauen Männern mehr als Frauen

Weniger Angebote, weniger Umsatz: Bei Ebay haben Frauen klar das Nachsehen.

Angebotene Kleider und Schuhe deuten auf eine Frau hin: Eine Kundin zeigt eine Funktion auf Ebay. (2012)

Angebotene Kleider und Schuhe deuten auf eine Frau hin: Eine Kundin zeigt eine Funktion auf Ebay. (2012) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Worauf kommt es bei einem erfolgreichen Ebay-Verkauf an? Gute Produktbeschreibung, ansprechende Fotos, gute Verkäuferbewertung oder einfach nur der Preis? Womöglich spielen alle genannten Faktoren eine Rolle. Jetzt haben Forscher aus einer Studie eine neue Erkenntnis erlangt: Entscheidend ist auch das Geschlecht des Verkäufers.

Demnach zahlen Käufer und sogar auch Käuferinnen Männern durchschnittlich 20 Prozent mehr – auch wenn es sich um das exakt gleiche Produkt handelt, beispielsweise ein Gerät in Originalverpackung. Zudem erhalten Frauen weniger Angebote als männliche Mitstreiter. «Eine Erklärung könnte sein, dass Menschen Produkte von Frauen für minderwertiger halten», schreiben die Forscherinnen Tamar Kricheli-Katz und Tali Regev im Fachmagazin «Science Advances».

Männer erhalten dreimal mehr Geld für Nintendo Wii

Zwar muss der Käufer das Geschlecht auf Ebay nicht angeben, dennoch ist es oft ziemlich einfach herauszufinden, ob ein Mann oder eine Frau hinter dem Angebot steckt. «Wenn ich zusätzlich zu einem iPhone meine Schuhe und meinen Geldbeutel verkaufe, bin ich ziemlich leicht als Frau zu erkennen», so Kricheli-Katz.

Die beiden Frauen haben die Ebay-Verkäufe der 420 beliebtesten Produkte in den USA über mehrere Jahre beobachtet und ausgewertet. Dabei zeigen sich jedoch Unterschiede zwischen den Produkten. Bei gebrauchten Waren waren die Unterschiede im Preis nur gering. Bei Musikinstrumenten oder Tierfutter waren Frauen im Vorteil. Bei einer Nintendo Wii hingegen erzielten Männer gar 270 Prozent mehr Umsatz.

Test mit 100-Franken-Gutschein

Zusätzlich führten die Forscherinnen einen Onlinetest durch. Sie boten einen 100-Franken-Amazon-Gutschein an. Bei der einen Hälfte der Befragten wurde der Gutschein von «Brad» angeboten, bei der anderen Hälfte hiess der fiktive Anbieter «Alison». «Brad» hätte für den Gutschein 87.42 Dollar bekommen, «Alison» nur 83.34 Dollar. (woz)

Erstellt: 23.02.2016, 14:06 Uhr

Artikel zum Thema

Ebay ist auch ohne Paypal erfolgreich

Die Quartalszahlen der Online-Handelsplattform liegen über den Erwartungen. Ebay korrigierte die Gewinnziele nach oben. Mehr...

Ebay erhöht Verkaufsgebühren

Digital kompakt +++ Microsoft arbeitet an zwei Highend-Smartphones +++ Endlich: Apples Fernbedienung mit Touchpad +++ Google kauft Termin-App Timeful Mehr...

Ebay ist mit gebrochenem Flügel unterwegs

Den lästigen Aktionär Carl Icahn ist das Online-Auktionshaus jetzt zwar losgeworden. Doch ob Ebay auf Dauer eine Zukunft hat, erscheint mehr als ungewiss. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Newsletter

Jeden Morgen. Montag bis Samstag.

Die besten Beiträge aus der «Bund»-Redaktion. Jetzt den neuen kostenlosen Newsletter entdecken!

Kommentare

Werbung

Fussballinteressiert?

Hintergrundinformationen, Trainerdiskussionen und Pseudo-Expertentum vom Feinsten.

Die Welt in Bildern

Reif für die Insel: Die philippinische Insel Boracay ist wieder für Touristen geöffnet. Sie war wegen Umweltprobleme geschlossen worden. Viele Hotels und Geschäfte sollen ihr Abwasser samt Fäkalien jahrelang ins Meer geleitet haben. Hier ist die vulkanische Formation Williy's Rock auf der Insel zu sehen. (16. Oktober 2018)
(Bild: EPA/Mark R. Cristino) Mehr...