So kühlen Sie Ihre Wohnung

In der aktuellen Hitze können Sie mit ein paar Tricks dafür sorgen, dass die eigenen vier Wände nicht zur Sauna werden. Eine Anleitung in 8 Punkten.

Stay cool! Auch ein Ventilator kann Linderung bringen.

Stay cool! Auch ein Ventilator kann Linderung bringen.

(Bild: Keystone)

Nik Walter@sciencenik

Auf einen richtigen Sommer haben sich wohl alle gefreut. Doch dass er uns gleich mit einer solch massiven Hitzewelle überrollt und wir nachts wegen all der gestauten Wärme in den Wohnungen kaum schlafen können, das hätte ja nicht unbedingt sein müssen! Gemach, gemach. Erstens soll ab Mittwoch die Hitzewelle, zumindest vorläufig, vorbei sein, und zweitens kann man einfach dafür sorgen, dass es in den eigenen vier Wänden kühl bleibt. Darauf sollten Sie unbedingt achten:

1. Sonnenschutz: Am effektivsten schützen Sie Ihre Wohnung vor dem Überhitzen, wenn Sie die Sonnenstrahlen gar nicht erst in die Wohnung hineinlassen. Schliessen Sie tagsüber die Läden, lassen Sie die Storen oder Markisen herunter, auch auf der sonnenabgewandten Seite. Falls Sie keinen aussen liegenden Sonnenschutz haben, helfen auch innen liegende Rollos oder Vorhänge, wenn auch deutlich weniger effektiv. Je heller der Sonnenschutz ist, desto besser reflektiert dieser die Sonne. Auch eine Metallbeschichtung hilft beim Reflektieren. Und: Schliessen Sie tagsüber alle Fenster, damit keine heisse Luft von aussen eindringen kann.

2. Lüften: Öffnen Sie frühmorgens, abends oder nachts alle Fenster, um die Wohnung so richtig querzulüften. Dann sind die Aussentemperaturen tiefer als diejenige in der Wohnung. Sobald die Sonne scheint, Fenster schliessen und Sonnenschutz anbringen (Tipp 1).

3. Geräte ausschalten: Schalten Sie alle Geräte aus, die Sie nicht unbedingt brauchen. Computer, Stereoanlage, Fernseher, Tumbler etc. produzieren Wärme, wenn sie laufen – übrigens auch im Stand-by-Betrieb. Und: Auf dem Stewi an der Sonne trocknet die Wäsche mindestens so schnell wie im Tumbler.

4. Feuchte Tücher: Hängen Sie abends feuchte Tücher oder Leintücher in den Räumen auf, oder nässen Sie die Vorhänge. Wenn die Tücher trocknen, wird der Luft Wärme entzogen – man spricht von Verdunstungskälte. Am besten funktioniert der Trick abends, wenn die Fenster geöffnet sind und die Verdunstungskälte durch den Luftzug in den Räumen verteilt wird. Aber Achtung: Bei schwülen Bedingungen ist der Tipp eher kontraproduktiv, weil die an sich schon feuchte Luft noch feuchter wird.

5. Ventilator: Selbst einfache Lüfter können Linderung verschaffen, auch wenn sie nur die warme Luft in den Räumen verwirbeln. Am effektivsten helfen Ventilatoren, wenn sie abends, nachts oder morgens neben ein offenes Fenster gestellt werden und die kühlere einströmende Luft verteilen können. Der Venti produziert zwar Wärme, doch schlägt diese weniger zu Buche als der Kühleffekt. Ein Fächer funktioniert übrigens ähnlich.

6. Klimaanlage: Eine Klimaanlage ist natürlich die effektivste Methode der Kühlung – neben einer guten Wärmedämmung (Tipp 7). Es gibt mobile Kleingeräte, die einzelne Räume abkühlen können. Aber Achtung: Eine Klimaanlage frisst sehr viel Strom. Berechnungen der Deutschen Energieagentur zufolge verbraucht eine Klimaanlage in einem Monat so viel Energie wie eine Kühlgefrierkombination in einem ganzen Jahr. Und: Die Abluft muss bei Mobilgeräten meist über einen Schlauch nach draussen transportiert werden – bei geöffnetem Fenster notabene (siehe Tipp 2).

7. Gebäudeisolation: Wer sich die Mühe mit dem Abkühlen an heissen Sommertagen ersparen will, der lebt in einem gut isolierten Haus. Das A und O einer guten Wärmeregulierung – sowohl im Sommer als auch im Winter – ist eine gute Dämmung. Zudem kann man die Wärme auch über die Fassade regulieren: Eine helle heizt sich weniger auf als eine dunkle. Am besten ist indes eine begrünte Fassade, weil die Pflanzen bei der Verdunstung Kälte abgeben (siehe auch Tipp 4). Schatten spendende Bäume vor dem Fenster helfen ebenfalls beim Kühlen. Die Pergola oder den Sitzplatz kann man obendrein feucht halten (auch hier gilt das Prinzip der Verdunstungskälte).

Wenn Sie diese Tipps befolgen, sollten Sie in den eigenen vier Wänden eine einigermassen erträgliche Raumtemperatur hinkriegen, die ca. zwei bis drei Grad tiefer liegt als die Aussentemperatur. Wenn Sie aber trotz allem nicht schlafen können, dann versuchen Sie noch Tipp 8.

8. Den Körper kühlen: Duschen Sie lauwarm – nicht kalt, denn dadurch bringen Sie den Kreislauf zu sehr in Schwung. Legen Sie Ihr Pyjama oder Nachthemd vor dem Zubettgehen in einem Plastiksack ins Eisfach. Nach dem Anziehen wirkt die Kälte des Textils angenehm erfrischend auf den Körper. Füllen Sie eine Wärmeflasche mit kaltem Wasser, und halten Sie diese beim Einschlafen zwischen die Oberschenkel.

Und noch etwas: Öffnen Sie auf keinen Fall den Kühlschrank, wenn Ihnen zu heiss ist, denn die ausströmende Kälte wird mehr als kompensiert durch die Wärme, die der Kühlschrank hinten produziert!

DerBund.ch/Newsnet

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