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Schweiz steht bei Hochschulabschlüssen an der Spitze

35 Prozent der hiesigen Bevölkerung haben einen Hochschulabschluss. Damit liegt die Schweiz über dem OECD-Schnitt. Es besteht aber auch Nachholbedarf.

Wer eine Hochschule absolviert hat, verdient durchschnittlich 55 Prozent mehr als Personen mit einer Berufsausbildung: Studenten stehen vor dem Hauptgebäude der Universität Zürich. (Archivbild)
Wer eine Hochschule absolviert hat, verdient durchschnittlich 55 Prozent mehr als Personen mit einer Berufsausbildung: Studenten stehen vor dem Hauptgebäude der Universität Zürich. (Archivbild)
Keystone

In Sachen Hochschulabschlüsse liegt die Schweiz leicht über dem OECD-Durchschnitt: 35 Prozent der Schweizer können einen Abschluss im tertiären Bereich vorweisen. Das zeigt der heute vorgestellte Bericht «Bildung auf einen Blick» der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Im Schnitt der 34 OECD-Länder haben 32 Prozent der 25- bis 64-Jährigen eine Hochschule absolviert. Traditionellerweise hat eine hohe Prozentzahl der Schweizer Bevölkerung mindestens einen Abschluss im Sekundarbereich II, also bis und mit Gymnasium oder Berufslehre. 2011 waren es 86 Prozent. Der OECD-Schnitt liegt bei 75 Prozent.

Wer in der Schweiz einen Hochschulabschluss hat, verdient im Schnitt 55 Prozent mehr als ein Erwerbstätiger mit einem Diplom im Sekundarbereich II. Diese Zahl zeige den Nachholbedarf des Landes auf, sagt Andreas Schleicher, stellvertretender Direktor für Bildung bei der OECD: «Es gibt eine Verknappung bei Spitzenfunktionen. Das kann man anhand der Nachfrage im Gehaltsbereich beobachten.»

Berufsausbildung erleichtert Einstieg

Die wesentliche Stärke der Schweiz liege derweil bei der soliden Berufsausbildung. Diese erleichtere den frühen Einstieg in die Arbeitswelt. Der OECD-Bildungsbericht 2013 präsentiert sich im Lichte der Jugendarbeitslosigkeit. «Länder mit einer relativ hohen Zahl von 25- bis 34-Jährigen mit einer Berufsausbildung haben das Risiko von Arbeitslosigkeit bei jungen Menschen mit einem Abschluss im Sekundarbereich II erfolgreich minimiert», heisst es im Bericht.

In der Schweiz ist die Arbeitslosenquote für Personen mit einer Berufsbildung (3,1 Prozent) um zwei Prozentpunkte tiefer als für jene ohne (5,1 Prozent). Auch hier steht die Schweiz besser da als der OECD-Durchschnitt (7,3 respektive 8,3 Prozent).

Rang 1 in der Beschäftigungslage...

Zusammen mit Island, Norwegen und Schweden belegt die Schweiz den ersten Rang, was die allgemeine Beschäftigung angeht: 83 Prozent aus allen Ausbildungsschichten haben eine Arbeit. Doch die Arbeitslosenquote hat auch hier zugenommen. Bei den Personen mit Hochschulabschluss um 0,8 Prozentpunkte – verglichen mit 1,5 Prozentpunkten im OECD-Schnitt. Bei der Schar der weniger Ausgebildeten beträgt die Zunahme der Arbeitslosigkeit 1,6 Prozentpunkte.

Abgenommen hat derweil die Zahl der Anstellungen junger Menschen mit Hochschulabschluss: Seit Beginn der Finanzkrise ging diese um 7 Prozentpunkte zurück. Im OECD-Schnitt waren es 5 Prozentpunkte.

Derweil ist in der Schweiz die Zahl der 15- bis 29-Jährigen mit Hochschulabschluss gestiegen, die ihre Ausbildung fortsetzen. Und zwar um 8 Prozentpunkte. OECD-weit ist es lediglich ein Prozentpunkt in der untersuchten Periode von 2008 bis 2011. Der Bericht führt diese Entwicklung unter anderem auf die Einführung des Bologna-Systems zurück. Mehr junge Menschen würden nach dem Bachelor an der Universität verbleiben und einen Master-Abschluss anstreben.

... und bei Doktorarbeiten

Bei den Doktorarbeiten liegen die Schweiz, Schweden und Deutschland im weltweiten Vergleich an der Spitze. Bei den Eidgenossen schliessen 3,2 Prozent eines Altersjahrganges ihre akademische Ausbildung mit einer Promotion ab, in Schweden sind es 2,8 Prozent, in Deutschland erhalten 2,7 Prozent den Doktorhut.

Demgegenüber ist in der Schweiz die frühkindliche Ausbildung im internationalen Vergleich eine Waise: «Nur 3 Prozent der Dreijährigen und 40 Prozent der Vierjährigen sind in solchen Programmen eingeschrieben», heisst es im Bericht. Bei den EU21-Staaten sind es im Durchschnitt 78 respektive 87 Prozent. Das sei indes ein bekanntes Phänomen, sagt Schleicher. «Das Betreuungssystem ist in der Schweiz traditionell nicht so stark ausgebaut.»

SDA/rbi

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