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Who cares?

Klimaforscher warnen, wir machen weiter wie bisher. Das liegt auch an unseren Mitmenschen.

Nur die Politik habe die Macht, den Klimawandel zu stoppen: Das Kohlekraftwerk Mehrum in Niedersachsen. Bild: Keystone
Nur die Politik habe die Macht, den Klimawandel zu stoppen: Das Kohlekraftwerk Mehrum in Niedersachsen. Bild: Keystone

Dieses psychologische Experiment geht voll auf: Ein Mensch sitzt allein in einem Raum, auf einmal strömt etwas Rauch hinein. Meistens steht die Versuchsperson auf, verlässt das Zimmer, geht das Problem an. Befinden sich hingegen andere Menschen im Raum und tun so, als existierte der Rauch nicht, bleiben auch die meisten Versuchspersonen sitzen.

Umweltschützer verwenden diesen Versuch gerne, um unseren Umgang mit der Klimaerwärmung zu erklären: Wir hocken da, voll im Rauch. Aber weil keiner etwas macht, tun auch wir nichts. Neustes Beispiel ist der Bericht «Klimaszenarien CH 2018», er sagt der Schweiz ein verändertes Klima voraus: warme Winter, die Sommer heiss und trocken. Viele finden das schlimm. Trotzdem jetten wir über Neujahr nach Sri Lanka («Dieser Nebel hält keiner aus») und leben weiter wie bisher.

Ob einzelne Menschen über ihr Verhalten (Energie sparen!) die Welt verändern können, ist umstritten. Kritiker halten das für eine vereinsamende Täuschung. Das Einzige, was helfe, sei der gemeinsame Kampf. Nur die Politik habe die Macht, den Klimawandel zu stoppen, mit Verboten, mit drastischen Massnahmen, etwa der Verteuerung von Kerosin. Am Ende trifft das wohl zu. Der Rauch-Versuch legt aber auch nahe, dass wir nach der Lektüre eines weiteren deprimierenden Klimaberichtes keinen Flug nach Sri Lanka buchen sollten. Vielleicht verzichten dann auch die Nachbarn darauf.

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