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Tiersprachen: intelligenter als Mensch denkt

Tiere kommunizieren nicht nur mit vielfältigen Lauten – sie passen ihre Verständigung auch auf raffinierte Weise den jeweiligen Umständen an.

Kommunikativ wie Flipper: Wissenschaftler untersuchten auch die Laute von Grossen Tümmlern.
Kommunikativ wie Flipper: Wissenschaftler untersuchten auch die Laute von Grossen Tümmlern.
Rainer J. Wagner

Mit einem ganzen Bündel von Studien widmet sich das Fachmagazin «Journal of Comparative Psychology» den Lauten, mit den sich Säugetiere untereinander in verschiedenen Situationen verständigen. Graue Baumfrösche (Hyla versicolor) im Süden der Vereinigten Staaten beispielsweise quaken nicht bloss laut daher, um Weibchen anzulocken: Wenn Konkurrenten in der Umgebung ebenfalls lauthals quaken, geben sie, um dennoch aufzufallen, weniger Laute ab, die dann aber länger andauern.

Auch in der Vogelwelt sind angepasste Tonarten verbreitet: Wie eine andere Studie zeigte, variieren die Jungen von Sumpfschwalben (Tachycineta bicolor) ihren Ruf nach den Eltern je nach dem Lärm, den ihre hungrigen Konkurrenten im Nest abgeben.

Viele Tierarten noch unterschätzt?

Experten schätzen die Resultate dieser Untersuch solcher Studien als wertvoll und wegweisend ein. Der Biologe Peter Tyack von der renommierten Woods Hole Oceanografic Institution in den USA glaubt, dass systematisch gesammelte Daten zu Laut-Imitationen und – Annäherungen oder zum Ausgleich von Umgebungslärm ein neues Licht auf die Intelligenz von Tiere werfen könnte.

Solche Phänomene, so Peter Tyack, «legen nahe, dass das Lernen von Tonfolgen unter Säugetieren weiter verbreitet ist als man bislang angenommen hat». Und womöglich, so glaubt der Experte, seien auch die Fähigkeiten, sich stimmlich auszudrücken, noch höher als vermutet.

Delphine mit effizientem «Reden»

Dem Ruf, intelligent zu sein, werden laut dem «Journal of Comparative Psychology» auch die Delphine gerecht. Mit Unterwasser-Mikrophonen hörten Forscher die Kommunikation von Exemplaren der Art Grosser Tümmler (Tursiops truncates) ab, zu der auch der berühmte TV-Delphin Flipper zählte.

Im Beisein von Artgenossen, so zeigte sich, plapperten die Tiere zwar mehr, blieben dabei jedoch effizient: Sobald die Wahrscheinlichkeit stieg, von anderen Delphinen übertönt zu werden, hielten sie sich hörbar zurück. Ähnliche Beispiele finden sich laut dem Journal auch beim Piepen der Carolina-Meise (Poecile carolinensis) und dem Zirpen von Laubheuschrecken.

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