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Studie zeichnet düsteres Bild für das Jahr 2052

Ein Forschungsbericht im Auftrag des Club of Rome skizziert eine dramatische Verstärkung des Klimawandels: Die Temperatur wird trotz Massnahmen markant steigen. Es ist sogar von örtlichem Kollaps die Rede.

«Wir werden in einigen Fällen schon vor 2052 einen örtlichen Kollaps erleben»: Jorgen Randers, Autor des Berichts, bei der Präsentation in Rotterdam. (7. Mai 2012)
«Wir werden in einigen Fällen schon vor 2052 einen örtlichen Kollaps erleben»: Jorgen Randers, Autor des Berichts, bei der Präsentation in Rotterdam. (7. Mai 2012)

Mehr Dürren, Fluten, Insekten und extremes Wetter: Der Klimawandel wird sich in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts dramatisch verstärken und dadurch viel Leid verursachen.

Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in dem gestern veröffentlichten Report «2052» an den Forscherverbund Club of Rome. «Die negativen Auswirkungen werden deutlich sein», warnte der Autor des Berichts, der norwegische Wirtschaftsexperte und Zukunftsforscher Jorgen Randers.

Ressourcen ausgereizt

«Die Menschheit hat die Ressourcen der Erde ausgereizt, und wir werden in einigen Fällen schon vor 2052 einen örtlichen Kollaps erleben», sagte Randers bei der Präsentation der Ergebnisse in Rotterdam. «Wir stossen jedes Jahr zweimal so viel Treibhausgas aus wie Wälder und Meere absorbieren können.»

Der Report erscheint 40 Jahre nach dem ersten grossen Bericht im Auftrag des Club of Rome und enthält Beiträge führender Wissenschaftler, Ökonomen und Zukunftsforscher verschiedener Fachbereiche. Bereits 1972 hatte der Forscherverbund vor den Grenzen des Wachstums und vor Umweltverschmutzung gewarnt.

Massiver Temperaturanstieg

«Der Meeresspiegel wird um 0,5 Meter höher sein, das Arktiseis im Sommer verschwinden, und das neue Wetter wird Landwirte und Touristen treffen», sagte der Experte voraus. Die Treibhausgasemissionen werden ihm zufolge erst 2030 ihren Höhepunkt erreicht haben.

Das sei zu spät, um den globalen Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen, was als eben noch akzeptable Marke angesehen wird. Bis 2080 werde die Temperatur um 2,8 Grad steigen – was einen sich selbst verstärkenden Klimawandel auslösen könne.

Stetes Wirtschaftswachstum schadet

Randers zufolge schadet die Wirtschaft mit ihrem steten Wachstum dem Klima und den Naturschätzen. Zudem macht sie nach den Berechnungen der Forscher oft schon jetzt keinen Gewinn mehr – verglichen mit dem Preis der Umweltzerstörung.

Schnelles Handeln sei nötig, sagte der Generalsekretär des Club of Rome, Ian Johnson. «Business as usual» sei keine Option, «wenn wir wollen, dass unsere Enkelkinder auf einem zukunftsfähigen und gerechten Planeten leben».

BIP wird langsamer wachsen

Der Wirtschaftsexperte Randers kommt zudem zu dem Ergebnis, dass das weltweite Bruttoinlandprodukt (BIP) langsamer steigen wird als erwartet. Um das Jahr 2050 wird das weltweite BIP ihm zufolge nur 2,2 Mal grösser sein als heute. Seine Erklärung: Sowohl der Bevölkerungs- als auch der Produktivitätszuwachs werden abnehmen.

Viele Volkswirtschaften hätten ihr Entwicklungspotenzial ausgeschöpft, und es gebe weniger Geburten, da immer mehr Menschen in Städten lebten und die Zahl ihrer Kinder selbst bestimmen könnten. Nach seinen Berechnungen wird die Weltbevölkerung kurz nach 2040 bei 8,1 Milliarden ihren Höchststand erreichen und dann zurückgehen.

SDA/rbi

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