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Neue Bilder von Pluto-Mond Charon verblüffen Astronomen

Kilometertiefe Furchen durchschneiden den Pluto-Mond Charon. Hat ein gefrorener Ozean im Untergrund die Kruste des Trabanten gesprengt?

Tiefe Krater auf dem Pluto-Trabanten: Die Raumsonde New Horizons zeigt neue Bilder von Charon. (Oktober 2015)
Tiefe Krater auf dem Pluto-Trabanten: Die Raumsonde New Horizons zeigt neue Bilder von Charon. (Oktober 2015)
Nasa
Die bislang besten Fotos des Zwergplanet Pluto (vorne) und Mond Charon (hinten). (Oktober 2015)
Die bislang besten Fotos des Zwergplanet Pluto (vorne) und Mond Charon (hinten). (Oktober 2015)
Nasa
Der eisige Zwergplanet Pluto hat neben Charon noch vier weitere Monde. (Oktober 2015)
Der eisige Zwergplanet Pluto hat neben Charon noch vier weitere Monde. (Oktober 2015)
Nasa
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Ein bis zu neun Kilometer tiefer Canyon, Täler und Abhänge: Das Aussehen des Plutomonds Charon deutet auf eine bewegte Vergangenheit hin. Eine Möglichkeit wäre, dass ein unterirdischer Ozean die Oberfläche gestaltet hat.

Auf der Mondoberfläche finden sich unter anderem ein bis zu neun Kilometer tiefes Canyonsystem, das mindestens viermal so lang ist wie der Grand Canyon auf der Erde, sowie eine 600 Kilometer lange Kette von Tälern und Abhängen. Die Raumsonde New Horizons dokumentierte zudem überraschende Farbvariationen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa veröffentlichte die Aufnahmen am Donnerstag.

Unterirdischer Ozean?

«Wir hielten es für unwahrscheinlich, solche interessanten Merkmale auf diesem Trabanten einer Welt am fernen Rand unseres Sonnensystems zu sehen», betonte New Horizons-Forscher Ross Beyer in einer Nasa-Mitteilung. Das Canyon-System zieht sich quer über Charon und reicht vermutlich bis auf die Rückseite des Mondes.

«Es sieht aus, als ob Charons komplette Kruste aufgesprungen wäre», berichtete John Spencer vom Southwest Reserch Institute in Boulder (US-Staat Colorado). Die Forscher diskutieren, ob womöglich ein unterirdischer Ozean auf Charon vor langer Zeit gefroren ist und durch die damit einhergehende Volumenänderung die Oberfläche des Mondes gesprengt hat.

Warten auf weitere Bilder

Weitere Aufschlüsse über die geologische Aktivität des Mondes erhoffen sich die Astronomen von noch detailreicheren Aufnahmen, die die Sonde im Laufe des kommenden Jahres übertragen wird. Derzeit ist sie fünf Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.

Der eisige Zwergplanet Pluto hat neben Charon noch vier weitere Monde: Hydra, Nix, Kerberos und Styx. Nach einer mehr als neunjährigen Reise war New Horizons im vergangenen Juli als erster irdischer Flugkörper am Pluto vorbeigeflogen und hatte ihn mit mehreren wissenschaftlichen Instrumenten untersucht.

SDA/dia

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