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Meteor-Kenner skeptisch zu Leserbildern

«20 Minuten» zeigt Bilder von Lesern, die angeblich Teile des Meteoriten abbilden. Was Meteoriten-Sammler Beat Booz dazu sagt.

Meteor über der Schweiz: Der Himmelskörper war in Gais AR sehr deutlich zu sehen, ...
Meteor über der Schweiz: Der Himmelskörper war in Gais AR sehr deutlich zu sehen, ...
Kachelmann GmbH/Mark Vornhusen
... dank einer Spezialkamera, die die Nacht zum Tag macht. (15. März 2015)
... dank einer Spezialkamera, die die Nacht zum Tag macht. (15. März 2015)
Kachelmann GmbH/Mark Vornhusen
Doch auch der Meteor selbst vermochte den nächtlichen Himmel zu erhellen – sogar im weiter entfernten Sattel, Kanton Schwyz. (15. März 2015)
Doch auch der Meteor selbst vermochte den nächtlichen Himmel zu erhellen – sogar im weiter entfernten Sattel, Kanton Schwyz. (15. März 2015)
Kachelmann GmbH/Mark Vornhusen
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Ein Meteor hat am Sonntagabend während fünf bis sechs Sekunden für Spektakel am Abendhimmel über der Schweiz und Süddeutschland gesorgt.

Um 20.44 Uhr sei der Meteor, im Volksmund auch Sternschnuppe genannt, für fünf bis sechs Sekunden am Himmel zu sehen gewesen, bestätigte Jonas Schenker von der Fachgruppe Meteorastronomie (FMA) auf Anfrage. Eine spezielle Kamera habe das Phänomen festgehalten. Zudem hätten bis um Mitternacht rund 15 Augenzeugen die FMA per Meldeformular kontaktiert.

Seltene Erscheinung

Dass Teile von Kometen oder Asteroiden, sogenannte Meteoriden, in die Erdatmosphäre eindringen und hier als Meteore am Himmel ihre Leuchtspuren hinterlassen, geschehe jede Nacht hundertfach, sagte Schenker. Laut Augenzeugen habe der Meteor vom Sonntag allerdings Donnergeräusche ausgelöst und sei am Ende gar aufgesplittert. Das sei selten:

«Die Donnergeräusche deuten darauf hin, dass der Meteor in tiefere Luftschichten vorgedrungen ist», sagte der Ingenieur. In der Regel verdampfen Meteore in 70 bis 100 Kilometern Höhe vollständig. Jener vom Sonntagabend dürfte sich der Erdoberfläche bis auf rund 20 Kilometer genähert haben.

Einschlag wahrscheinlich

In diesem Falle bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Objekt in den freien Fall übergehe, zu leuchten aufhöre und es zu einem Einschlag komme. Das Himmelsteilchen dürfte beim Eintreten in die Erdatmosphäre etwa faustgross gewesen sein.

Zum Vergleich: Der Meteorit, der im Februar 2013 im Gebiet Tscheljabinsk in Russland eingeschlagen war, hatte beim Eintreten in die Erdatmosphäre einen Durchmesser von 19 Metern.

Berichte von Leserreportern, die Teile des Meteoriten angeblich gefunden haben sollen, konnten jedoch noch nicht bestätigt werden:

Der Meteoriten-Sammler Beat Booz kommentierte erste Bilder von angeblichen Meteoriten-Fundstücken, die der «20 Minuten» zugespielt wurden:

Stammen diese Steine von einem Meteoriten? Ein «20-Minuten»-Leser glaubt Teile des Himmelskörpers gefunden zu haben. Bild: 20 Minuten (16. März 2015)
Stammen diese Steine von einem Meteoriten? Ein «20-Minuten»-Leser glaubt Teile des Himmelskörpers gefunden zu haben. Bild: 20 Minuten (16. März 2015)

«Diese Steine sehen für mich nicht wie typische Meteoriten aus. Diese durchgängigen Linien und diese glasig erscheinende grössere Fläche sind merkwürdig. Auch sehen diese Stücke für mich zu kantig aus.»

Dennoch ist nicht auszuschliessen, dass einige Bruchstücke des gestrigen Meteors nicht vollständig in der Atmosphäre verglühten, sondern im freien Fall den Boden erreichten. Wo dies der Fall gewesen sein könnte, ist noch Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

SDA/thu/chk

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