Zum Hauptinhalt springen

Mehr «Todeszonen» in den Weltmeeren

In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Wasserzonen, die wegen Sauerstoffmangels lebensfeindlich sind, um fast ein Drittel gestiegen.

Dies haben Wissenschafter aus den USA und Schweden herausgefunden, wie das Fachmagazin «Science» berichtet. Robert Diaz vom Virginia Institute of Marine Science und Rutger Rosenberg von der Universität Göteborg analysierten zahlreiche Studien aus den vergangenen Jahrzehnten, in denen sich Angaben über Meeresgebiete mit Sauerstoffmangel fanden.

Die Ursache dafür sehen die Forscher vor allem darin, dass immer mehr Nährstoffe – etwa Düngemittel aus der Landwirtschaft – über die Flüsse in die Meere gelangen. Neben Überfischung, der Zerstörung mariner Lebensräume und gefährlichen Algenblüten, so schreiben Diaz und Rosenberg von der Universität Göteborg, zählt der Sauerstoffmangel mittlerweile zu den ernsten Umweltproblemen der Meere.

Immer grössere Flächen betroffen

Erstmals war in den Dreissigerjahren von «Todeszonen» in der Ostsee berichtet worden. Das Problem weitete sich in den Sechzigern merklich aus: Damals kam es zu einem steilen Anstieg des Düngemittelverbrauchs in der Landwirtschaft; in der Folge gelangten erheblich mehr Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphate in die Meere.

1995 waren 305 Meeresregionen von Sauerstoffarmut betroffen, heute sind es mehr 400. Seit den Sechzigerjahren bis zur Jahrtausendwende hat sich die Zahl der «Todeszonen» jedes Jahrzehnt fast verdoppelt, berichten die Forscher weiter. Die Gesamtfläche erreiche heute mehr als 245'000 Quadratkilometer – eine Fläche, die etwa zwei Dritteln Deutschlands entspricht.

Bedrohung für Meeresbewohner

Bei Sauerstoffarmut sterben zunächst die Lebewesen in Bodennähe; später auch die weiter oben lebenden Fische und Meeresbewohner. Oft wird der Sauerstoffmangel erst dann beachtet, wenn die Fischerei unter den Folgen zu leiden beginnt, berichten die Forscher weiter.

SDA/raa

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch