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Maven kurvt nun um den Mars

Erfolg auf schwierigem Terrain: Das US-Raumfahrzeug schwenkt in die Umlaufbahn um den Roten Planeten ein. Es soll den Klimawandel auf dem Roten Planeten untersuchen und herausfinden, ob es dort Leben gab.

Die Weltraumsonde soll bei der Beantwortung der Frage helfen, ob es einst Leben auf dem Mars gab.

Die US-Marssonde Maven hat ihr Ziel erreicht. Das unbemannte Gefährt schwenkte nach einer mehr als 700 Millionen Kilometer langen Reise in der Nacht in eine Umlaufbahn um den Roten Planeten ein, wie die Raumfahrtbehörde Nasa mitteilte. Sie soll die Marsatmosphäre untersuchen und Anhaltspunkte dafür liefern, wie sich das Klima dort verändert hat.

Die Rakete mit Maven an Bord startete am 18. November 2013. (Video: Youtube/Nasa Kennedy)

Die Mars-Expedition war im November vergangenen Jahres gestartet und ist die zehnte dieser Art in der Geschichte der US-Raumfahrt. Drei frühere Flüge waren gescheitert. Entsprechend gespannt war die Stimmung im Kontrollzentrum in Greenbelt im US-Staat Maryland, als die etwa 521 Millionen Euro teure Sonde bei einer Geschwindigkeit von 16000 Kilometern pro Stunde automatisch ihre Bremsraketen zündete.

Dass alles glatt gegangen war, wussten die Nasa-Spezialisten erst zwölf Minuten nach Ende des Manövers. So lang braucht das Funksignal vom Mars zu seinem Nachbarplaneten Erde. «Gratulation - Maven ist in der Mars-Umlaufbahn», teilte die Nasa schliesslich mit. «Ich habe keine Fingernägel mehr, aber wir haben es geschafft», sagte die stellvertretende Wissenschaftsdirektorin Colleen Hartman. «Es ist unglaublich.»

Schützende Mars-Atmosphäre aufgelöst

Die kommenden sechs Wochen werden Nasa-Techniker damit verbringen, die Flughöhe der Sonde von der Grösse eines Schulbusses einzustellen und deren Instrumente zu prüfen. Dann soll Maven mindestens ein Jahr lang in einer Höhe zwischen 125 und 150 Kilometern über der Marsoberfläche Daten sammeln und zur Erde weiterleiten. Eine Landung ist nicht vorgesehen.

Wissenschaftler nehmen an, dass das Klima auf dem Roten Planeten vor Jahrmillionen warm und feucht war und dass es damals mikrobielles Leben auf dem Mars gegeben haben könnte. Ob das wirklich so war, soll Maven jetzt herausfinden. Maven steht für «Mars Atmosphere and Volatile Evolution» (etwa «Entwicklung der Atmosphäre und der flüchtigen Bestandteile des Mars»).

Heute hat sich die schützende Mars-Atmosphäre so gut wie aufgelöst, und der Planet ist kalt und trocken. Maven-Untersuchungsleiter Bruce Jakosky erhofft sich Aufschlüsse darüber, wo das Wasser und das Kohlendioxid geblieben sind, die einst für Wolken über dem Mars sorgten.

Maven ist nicht alleine

In knapp vier Wochen wird der Komet Siding Spring den Mars passieren. Dessen Staubschweif soll die Sonde ebenfalls untersuchen.

Maven ist in der Marsumlaufbahn nicht allein. Derzeit kreisen noch eine europäische und zwei US-Sonden um den Planeten. In zwei Tagen wird der indische Satellit Mangalyaan über dem Mars erwartet.

(AP)

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