Zum Hauptinhalt springen

Klimaerwärmung bringt Erde ins Wanken

Eine Nasa-Studie zeigt: Das Schmelzen der Gletscher verändert die Verteilung der Erdmasse – und das hat Folgen.

Aus dem Gleichgewicht: Ein Eisberg schwimmt vor Grönland.
Aus dem Gleichgewicht: Ein Eisberg schwimmt vor Grönland.
AP Photo/Brennan Linsley, Archiv

Es ist ein ungewöhnlicher Vergleich, den die Forscher anstellen: Wenn ein Eiskunstläufer sich schnell dreht und dann ein Bein anhebt, ändert sich seine Richtung. Ähnlich sei es mit der Erde, erklären die Autoren einer Nasa-Studie.

Denn: Die Erderwärmung lässt das Eis von Gletschern schmelzen. Das verändert die Verteilung der Masse auf der Erde. Das wiederum hat Einfluss auf die Polarachse, um die sich der Planet dreht: Sie und der Nordpol verschieben sich. Was bedeutet, dass die Erde aus dem Gleichgewicht gerät und zu taumeln beginnt. Das geht aus einer in der Zeitschrift «Science Advances» am Freitag veröffentlichten Studie hervor.

Beweis für Einfluss des Menschen

Seit 1899 haben Wissenschaftler und Seefahrer die Lage des Pols und die Polbewegung exakt gemessen. Fast während des gesamten 20. Jahrhunderts bewegten sie sich ein bisschen Richtung Kanada. Das allerdings hat sich in diesem Jahrhundert geändert. Nun bewegen sich Nordpol und Polarachse Richtung England, wie in der Studie festgestellt wird. «Die jüngste Abweichung von der Richtung des 20. Jahrhunderts ist sehr dramatisch», sagte der führende Autor der Untersuchung, Surendra Adhikari.

Wissenschaftler halten diese Änderung für harmlos. Jonathan Overpeck, Professor für Geowissenschaften an der Universität von Arizona, sagte jedoch, durch die Studie werde hervorgehoben, «wie real und hochgradig gross der Einfluss von Menschen ist, den sie auf den Planeten haben». Overpeck arbeitete an der Studie nicht mit.

«Kein Grund zur Sorge»

Seit 2003 hat Grönland im Durchschnitt mehr als 600 Billionen Pfund Eis pro Jahr verloren, wie Nasa-Wissenschaftler Erik Ivins, zugleich Co-Autor der Studie, sagte. Das habe Einfluss auf die Art, wie die Erde sich drehe, vergleichbar mit einem Eiskunstläufer, der ein Bein anhebe, während er sich drehe. Darüber hinaus seien in der Westantarktis 275 Billionen Pfund Eis im Jahr geschmolzen. Adhikari sagte, das alles beschleunige das Taumeln weiter und führe dazu, die Polbewegung Richtung Osten zu verlagern.

Jianli Chen, Wissenschaftler am Zentrum für Weltraumforschung an der Universität von Texas, war der erste, der die Polbewegung auf Klimaerwärmung zurückführte. Das war im Jahr 2013. Diese neue Studie bringe seine Arbeit einen Schritt weiter, sagte er. «Es gibt keinen Grund zur Sorge. Es ist lediglich eine weitere interessante Auswirkung des Klimawandels.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch