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Kartoffeln in der Braunerde

Wo Astronomen ins weite Universum ­gucken, pflanzen Bauern in fruchtbarem Ackerboden Kartoffeln an. In der Nähe der Sternwarte Zimmerwald im bernischen Wald liegen Knollen vom Licht ­geschützt in aufgehäuften Erddämmen. Locker finden die Wurzeln ihren Weg.

Ort: Wald, Zimmerwald BE, 895 m ü. M.Bodentyp: Braunerde0 bis 25 cm*: Dunkler Oberboden mit organischer Substanz25 bis 100/130 cm: Rostbrauner, gut durchwurzelbarer Unterbodenab 100/130 cm: Kalkhaltiges Moränenmaterial * Auf dem Bild ist der Oberboden ungewöhnliche 35 Zentimeter mächtig, weil dieser beim Kartoffelanbau zu kleinen Erddämmen aufgeschüttet wurde.  Bodenkalender: www.agroscope.admin.ch/bodenfruchtbarkeit-bodenschutz
Ort: Wald, Zimmerwald BE, 895 m ü. M.Bodentyp: Braunerde0 bis 25 cm*: Dunkler Oberboden mit organischer Substanz25 bis 100/130 cm: Rostbrauner, gut durchwurzelbarer Unterbodenab 100/130 cm: Kalkhaltiges Moränenmaterial * Auf dem Bild ist der Oberboden ungewöhnliche 35 Zentimeter mächtig, weil dieser beim Kartoffelanbau zu kleinen Erddämmen aufgeschüttet wurde. Bodenkalender: www.agroscope.admin.ch/bodenfruchtbarkeit-bodenschutz

Die Entstehungsgeschichte beginnt wie fast überall im Schweizer Mittelland mit dem Ende der letzten Würm-Kaltzeit. Das war vor rund 10 000 Jahren. Im Bernischen zogen sich Rhone- und Aaregletscher allmählich zurück. Moränenmaterial aus kalkigem, aber auch ­silikatreichem Schutt blieb zurück.

Die Verwitterung verwandelte dann das grobe Muttergestein in einen feinen, sandig-lehmigen Boden. Das aus dem Gestein freigesetzte Eisen reagierte dabei mit Sauerstoff zu Eisenoxid, das dem Boden die rostbraune Farbe verleiht. Die Wissenschaftler sprechen deshalb von einer Braunerde. Dieser Bodentyp ist im Schweizer Mittelland am weitesten verbreitet.

Der porenreiche Unterboden ist ein guter Wasserspeicher. Die Pflanzenwurzeln, so schreiben die Bodenfachleute, könnten ihm leicht pro Quadratmeter etwa 100 Liter Wasser entziehen. Die Kartoffeln profitieren allerdings nicht vom gesamten Angebot. Ihre Wurzeln reichen nur bis in eine maximale Tiefe von 60 Zentimetern. Die Bauern bewässern deshalb ihre Kartoffelfelder vielerorts. Anders bei Getreide, Mais, Raps oder Zuckerrüben. Deren Wurzeln ­erschliessen das Bodenwasser bis in eine Verwitterungstiefe von 130 Zentimetern.

Grundsätzlich ist die Braunerde einfach zu bearbeiten, alle Anbautechniken sind einsetzbar. Der Anbau von Kartoffeln ist aufwendig. Der Bauer formt ­maschinell schmale Erddämme und legt alle 30 Zentimeter eine Pflanzkartoffel hinein. Diese treibt dann aus und bildet etwa ein Dutzend neue Knollen. Die Erntemaschine nimmt schliesslich die Erddämme samt den Kartoffeln auf und siebt diese aus.

Im Ackerboden bei Zimmerwald lassen sich jährlich pro Quadratmeter etwa 4 Kilogramm Kartoffeln produzieren. An «bester Lage», mit dem Niesen und der Stockhornkette als Kulisse. (ml)

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