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«In Kopenhagen beraten Politiker, die brauchen keine Wissenschaftler»

Hans von Storch. (zvg)

Herr von Storch, wir treffen uns in München, wieso sind Sie nicht in Kopenhagen?

Ich nehme an, es sind auch viele Wissenschaftler in Kopenhagen.

Ist das auch eine Distanzierung von dem, was in Kopenhagen läuft?

Heute Donnerstag, an dem wir das Interview führen, liegt noch kein Abkommen vor. Wie wichtig wäre es, dass etwas zustande kommt?

Ist es schlimm, wenn die Begrenzung auf die zwei Grad Zunahme nicht gelingt?

Was passiert, wenn die Temperatur um mehr als diese zwei Grad steigt?

Kann man also auch nicht sagen, was bei einer Erhöhung um vier Grad passieren würde?

Hat sich das Klima nicht schon immer verändert?

In diesen Zusammenhang gehört die Kontroverse um die Hockeystick-Kurve. Sie besagt, dass die Temperaturen in den vergangenen Jahrhunderten zurückgingen, es aber seit etwa 1830 einen markanten Anstieg gegeben habe, eben die nach oben zeigende Schaufel des Sticks.

Gewisse Gebiete können ein paar zusätzliche Grade gut ertragen.

Sie reden von der Dritten Welt. Entwicklungsländer werden mit der Klimaveränderung viel weniger gut fertig als wir.

Von dieser Seite kommen aber jetzt auch klare Forderungen, sie verlangen Milliarden wegen der Klimaveränderung.

Mit anderen Worten: Es ist auch wichtig, sich heute um konkrete Massnahmen zu kümmern, heute schon Dämme bauen.

Wie verändert sich das Klima, wenn die Temperaturen steigen, gibt es mehr Stürme, mehr Wüsten?

Wie steht es mit Wirbelstürmen in der Karibik und den USA?

Es gibt heute mehr Stürme, weil wir sie besser zählen können.

Aus Sicht der Dritten Welt besteht wohl die grösste Gefahr in der weiteren Verbreitung der Wüsten.

Führt die Klimaveränderung zu mehr oder zu weniger Niederschlägen?

Fakten zur Klimaveränderung liefert der Weltklimarat IPCC. Sie haben beim vierten IPCC-Bericht nicht mitgearbeitet. Wieso nicht?

Sie sind ein Enfant terrible der Klimaforschung. Einer der ab und zu widerspricht.

«Alarmist» heisst: die möglichen Gefahren der Klimaveränderung werden übertrieben.

Ist also vieles, was man heute hört, wissenschaftlich nicht fundiert?

Für Aufregung hat die Geschichte mit den abgefangenen E-Mails an der Universität of East Anglia gesorgt. E-Mails, die zeigen sollen, dass die Gefahr der Klimaveränderung übertrieben wird. Ist dabei versucht worden, Fundamentales zu vertuschen?

Das heisst: Man hat verhindert, dass Daten freigegeben wurden, damit Forscher damit unabhängig voneinander arbeiten konnten?

Sie meinen Rajendra Pachauri.

Ist die Klimaerwärmung das grösste Problem, das die Menschheit hat?

Sie selber haben offenbar eine schlimme CO2-Bilanz, Sie kommen eben aus San Francisco zurück, waren in Südafrika?.?.?.

Immerhin haben Sie auch ein CO2-freies Hobby, Sie sind Donaldist, ein Experte für Donald Duck. Wie kommt das?

Wie ist das Wetter dort?

Das sind sie aber.

Und da haben Sie sich überzeugt davon, dass sie existieren?