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Hier tappt ein Fuchs in die Fotofalle

Mäuselöcher und Igelspuren zeigen: Die Wildtierbrücke über die Autobahn A4 bei Cham ZG wird rege genutzt. Nur eine bestimmte Gruppe von Tieren lässt sich nicht blicken.

Häufigster Gast der Fotofalle: Ein Fuchs beim Überqueren der Städtlerwaldbrücke.
Häufigster Gast der Fotofalle: Ein Fuchs beim Überqueren der Städtlerwaldbrücke.
Cristina Boschi
Eher überraschend: Auch Rehe wurden auf der Brücke fotografiert.
Eher überraschend: Auch Rehe wurden auf der Brücke fotografiert.
Cristina Boschi
Kombi-Brücke: Ein Viertel ist bekiest und als Personenweg vorgesehen.
Kombi-Brücke: Ein Viertel ist bekiest und als Personenweg vorgesehen.
Baudirektion Zug
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Füchse, Rehe, Marder und Igel nutzen den Wildtierkorridor über der A4 bei Cham regelmässig. Aber auch ein Hermelin, Heuschrecken oder Falter wurden beobachtet. Dies zeigt der am Montag von der Zuger Baudirektion vorgestellte Zwischenbericht zum 2012 eröffneten Autobahn-Übergang.

Identifiziert wurden die verschiedenen Tiere mit Hilfe von Tritt- und Fotofallen sowie anhand von Kotspuren, wie die Baudirektion weiter mitteilte. Die Feldaufnahmen für diese erste Erfolgskontrolle wurden in den Jahren 2012 und 2013 gemacht. Sie belegen, dass der Übergang von einem grossen Teil der Tiere - wie erwartet - gut genutzt wird.

Am häufigsten tappten Füchse in die Fotofallen. Ihre Spuren wiesen darauf hin, dass es sich um verschiedene Individuen gehandelt haben muss, wie es im Bericht heisst. Dies erstaune wenig, da der Fuchs als sehr flexibel, lernfähig und wenig anspruchsvoll gelte.

Ein Igel wurde aufgrund von Tritt-, ein Marder wegen seiner Kotspuren nachgewiesen. Zahlreiche Mäuselöcher auf der Brücke deuten zudem darauf hin, dass wahrscheinlich Feldmäuse den Übergang besiedelt haben.

Rehe als Überraschung

Als eher überraschend bezeichnet die Baudirektion die Tatsache, dass auch Rehe beim Überqueren beobachtet werden konnten. Die Fotofallen zeigten einmal einen Rehbock, später auch eine Rehgeiss. Sollte der Übergang künftig regelmässig von diesen Tieren genutzt werden, wäre das ein schöner Erfolg für die Vernetzung, schreibt die Baudirektion.

Im Sommer 2012 beobachteten mehrere Personen zudem ein Hermelin, welches sich vorübergehend auf der Brücke aufhielt. Es wurde in einem Steinhaufen und auf den liegenden Baumstämmen fotografiert. Auch Falter und Heuschrecken wurden registriert. Ausgeblieben sind bisher einzig die Reptilien, wie es im Bericht weiter heisst.

Die Städtlerwaldbrücke ist eine so genannte Kombi-Brücke für Mensch und Tier. Das 110 Meter lange und 18 Meter breite Bauwerk über die Autobahn wurde 2012 eröffnet. Ein Viertel der Brücke ist bekiest und für den Personenübergang vorgesehen. Der Rest ist für die Wildtiere reserviert. Dieser Grünstreifen ist als Naturboden angelegt und mit Ast- und Steinhaufen durchsetzt.

Drei Millionen billiger als geplant

Im Kantonsrat war der Objektkredit in der Höhe von 9,83 Millionen Franken für das Projekt umstritten. Der Beschluss wurde deshalb mit dem Auftrag gefasst, dass der Wildtierübergang systematisch beobachtet und regelmässig darüber berichtet werden muss. Weitere Erfolgskontrollen sind denn auch 2016 und 2022 geplant.

Im Zusammenhang mit den Kosten konnte der Baudirektor dann am Montag eine weitere Erfolgsgeschichte präsentieren. Dank günstiger Arbeitsvergabe und einer optimalen Koordination mit dem 6-Spur-Ausbau der A4 sei es möglich gewesen, drei Millionen Franken einzusparen. Davon profitiert vor allem auch der Bund, der mit einem Drittel an den Kosten beteiligt ist.

(SDA)

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