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Der Gommer Wolf wird wohl bald abgeschossen

Der Wolf hat in der Region Obergoms weitere acht Schafe gerissen – damit hat er innert Monatsfrist bereits 28 Tiere getötet. Die Behörden in Goms sind alarmiert. Nun könnte es für M35 ungemütlich werden.

Abgelichtet: Ein Wolf im Jahr 2011 im Gebiet Gantrisch-Schwarzsee. (Bild: KORA/Erich Peissard)
Abgelichtet: Ein Wolf im Jahr 2011 im Gebiet Gantrisch-Schwarzsee. (Bild: KORA/Erich Peissard)

Der Wolf hat im Wallis erneut zugeschlagen und in der Region Obergoms in der Nacht auf Freitag acht Schafe gerissen. Damit wurden innerhalb eines Monats insgesamt 28 Schafe getötet.

Die Schafe waren auf einer Weide in Obergestein und wurden von einem Herdenschutzhund bewacht, wie Wildhüter Hubert Blatter sagte.

25 Schafe als Limite

Ob es der Wolf M35 war, der die Schafe gerissen hat, ist noch nicht sicher. «Wir gehen davon aus, dass es sich um M35 handelte», sagte Blatter. Allerdings könne erst eine DNA-Probe Klarheit bringen.

Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnte es für M35 ungemütlich werden: Gemäss dem «Konzept Wolf Schweiz» sind die Kriterien für einen Abschuss erfüllt, wenn ein Wolf über eine Zeit von einem Monat trotz Herdenschutzmassnahmen mehr als 25 Schafe reisst oder innerhalb von vier Monaten deren 35.

«Wolffreie Zone» gefordert

Die Gemeindebehörden im oberen Teil des Tals haben bereits vergangene Woche in einer Stellungnahme gefordert, das Goms solle zu einer «wolffreien Zone» erklärt werden.

Das Goms sei kein Gebiet für grosse Raubtiere, welche die Sicherheit, Nachhaltigkeit und Entwicklung des Tals gefährdeten, schrieben die Gemeindepräsidenten in einer Stellungnahme. Sie verlangen, dass alle Wölfe in der Region umgesiedelt werden.

Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) hatte letzten Dienstag gemeinsam mit der Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis sowie den Experten der nationalen und regionalen Herdenschutzberatung die Vorfälle und die aktuelle Situation im Goms analysiert.

Nicht gerechtfertigt

Ein Abschuss des Wolfs sei derzeit nicht gerechtfertigt, schrieb das Bafu vor wenigen Tagen. Sollte sich der Wolf während des Sommers untypisch verhalten und sich vermehrt in Siedlungsnähe aufhalten, müsse die Situation neu beurteilt werden. Wildhüter Blatter sagte am Sonntag, er gehe davon aus, dass noch diese Woche an einer Sitzung erneut darüber beraten werde.

Bund und Kanton Wallis sind sich derzeit nicht einig, ob die Herden genügend geschützt waren und dem Wolf die bisher gerissenen Schafe angerechnet werden.

SDA/wid

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