Zum Hauptinhalt springen

Das Walfleisch bleibt liegen

Erst der Hunger nach dem Zweiten Weltkrieg machte Japan zur Walfangnation. Obwohl das Fleisch der Meeressäuger heute unbeliebt ist, hält die Regierung aus Trotz an der Jagd fest.

Ein japanischer Walfänger schiesst seine Harpune auf einen Wal im Polarmeer. Foto: Keystone
Ein japanischer Walfänger schiesst seine Harpune auf einen Wal im Polarmeer. Foto: Keystone

Japan hat nie zu den grossen Walfang­nationen gehört. Wenn es seit Jahren in der Kritik der Umweltschützer stand, dann vor allem, weil es die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollte. Der industrielle Walfang war ein Wahnsinn des 19. Jahrhunderts, der teilweise bis in die Nachkriegszeit dauerte. Er ist vorbei. Nur Norwegen, Island und Japan sperren sich gegen diese Entwicklung. Und anders als Norwegen und Island, die nur in den Gewässern ihrer Nachbarschaft mit kleinen Booten jagen, hat Japan am Fernwalfang festgehalten. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft und begleitet von einem Fabrikschiff erbeutete seine Fangflotte im antarktischen Sommer im Südpazifik jährlich ein paar Hundert Zwergwale, 8000 Kilometer vom japanischen Archipel entfernt. Von Juni bis Juli lief seine Fangflotte dann in den Nordpazifik aus. Japan ist das letzte Land, das ein Fabrikschiff für den Walfang betreibt.

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.