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Dank Neuschnee keine Rekord-Gletscherschmelze

Der diesjährige Sommer war sehr heiss. Die hohen Temperaturen lassen die Gletscher stark schmelzen. Der Rekord von 2003 wird aber nicht erreicht.

Gewaltige Schmelzwassermassen dank hoher Temperaturen: Die Zunge des Silvrettagletschers. (26. August 2015)
Gewaltige Schmelzwassermassen dank hoher Temperaturen: Die Zunge des Silvrettagletschers. (26. August 2015)
Arno Balzarini, Keystone

Die Gletscher dürften diesen Sommer fast so stark geschmolzen sein wie im Rekordjahr 2003 nach dem Jahrhundertsommer. In den Sommermonaten sah es lange Zeit sogar nach neuen Rekordwerten aus. Die Schweizer Glaziologen mussten mehrmals neue Messpegel bohren, weil die alten herausgeschmolzen waren. Gegenüber der «Schweiz am Sonntag» sagt Experte Matthias Huss von der Universität Freiburg, dass die Gletscherschmelze im Jahr 2015 klar über dem Durchschnitt der letzten Jahre war.

Vor rund drei Wochen änderte sich dann das Bild: Der für die Jahreszeit ungewöhnlich viele Neuschnee, der sich auf die Gletscher gelegt hatte, schützte das Eis vor einer weiteren Schmelze. Dennoch ist klar, die Gletscherschmelze 2015 kommt sehr nahe an den Rekordsommer 2003 heran und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt. 2003 waren die Eisdecken der Schweizer Gletscher um rund drei Meter geschrumpft.

Langfristig schlechte Prognose für Gletscher

Die endgültigen Resultate liegen den Forschern der Universitäten Freiburg, Zürich und der ETH noch nicht vor. Klar sei aber schon jetzt, dass der Eisverlust aller Schweizer Gletscher in diesem Jahr klar über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre von rund einem Meter pro Jahr liege, so Huss.

Die Prognose für die Schweizer Gletscher sieht denn langfristig auch nicht gut aus. Bis zum Jahr 2100 werde es noch etwa zehn Prozent des heutigen Eisvolumens in der Schweiz geben, so die Prognose der Schweizer Glaziologen. Das werde einiges verändern sagt Matthias Huss. «Trockene Täler können derzeit noch von der Gletscherschmelze profitieren. Gibt es keine Gletscher mehr, könnte es zu einer Wasserknappheit kommen.»

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