3200 Quadratkilometer Meeresboden mit Öl bedeckt

Die Folgen der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko von 2010 könnten noch gravierender sein, als bisher angenommen: Laut einer Studie haben sich Millionen Barrel Öl auf dem Meeresgrund abgelagert.

Bis zu fünf Millionen Barrel Öl dürften während der Katastrophe ausgetreten sein: Löschschiffe versuchen im April 2010 die Plattform Deepwater Horizon zu löschen.

Bis zu fünf Millionen Barrel Öl dürften während der Katastrophe ausgetreten sein: Löschschiffe versuchen im April 2010 die Plattform Deepwater Horizon zu löschen.

(Bild: Reuters)

Infolge der Katastrophe auf der BP-Ölplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko haben sich bis zu zwei Millionen Barrel Öl auf dem Meeresgrund abgelagert. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die in der US-Zeitschrift «Proceedings of the National Academy of Science» veröffentlicht wurde.

Demnach hat sich bei der Explosion der Deepwater Horizon im April 2010 ein Teil des unter Wasser freigesetzten Öls auf einer Fläche von bis zu 3200 Quadratkilometern verteilt. Für die Studie analysierten Wissenschaftler die Ölmenge bei mehr als 3000 Sedimentproben von 534 Stellen in bis zu 1300 Meter Tiefe.

Leben auf dem Meeresboden stirbt ab

Die Autoren gehen davon aus, dass gar ein noch grösseres Gebiet verschmutzt sein könnte. Das Öl habe sich nämlich nicht flächendeckend abgesetzt, zitiert «Spiegel online» die Studie, sondern mosaikartig verteilt. Dadurch sind die Ablagerungen nur schwer aufzuspüren.

Die definitiven ökologischen Folgen für die Region seien auch vier Jahre nach dem Unglück schwierig abzuschätzen, sagt Greenpeace Öl-Experte Jörg Feddern gegenüber «Spiegel online». Dass der betroffene Meeresgrund Schaden nimmt, ist jedoch unbestritten. Feddern: «Wenn sich Öl auf den Sedimenten ablagert, stirbt das Leben am Meeresboden auf sehr lange Zeit ab.» Einen mikrobiellen Abbau gebe es kaum, weil unter den Teermatten weder Sauerstoff noch Nährstoffe für die Bakterien vorhanden seien.

Menge entscheidet über Schadenersatz

Die Frage, wie viele Barrel Öl bei der Katastrophe ins Meer austraten, wird nächstes Jahr noch von Bedeutung sein. Daran entscheidet sich nämlich die Höhe der Entschädigung und des Schadensersatzes, welche die US-Justiz von dem britischen Ölkonzern BP fordert. Während die offizielle US-Schätzung von 4,9 Millionen Barrel ausgeht, setzt BP selbst die Menge bei 3,1 Millionen an. Die neue Studie geht von rund fünf Millionen Barrel aus, von denen sich bis zu zwei Millionen auf dem Meeresboden ablagerten.

Im Januar will die Justiz ein neues Verfahren beginnen, um über die genaue Ölmenge zu entscheiden.

Mit Material von AFP erstellt.

kpn

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