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Zika lässt sich nicht allein durch Schädelfehlbildung erkennen

Mit dem mysteriöse Zika-Virus verbindet man meist viel zu kleine Köpfe bei Babys. Doch auch Kinder mit normalgrossem Kopf können infiziert sein.

Greift das Messen des Kopfumfangs zu kurz? Ein drei Monate altes Baby, das an Mikrozephalie leidet, wird im brasilianischen Campina Grande von einer Neurologin untersucht. (12. Februar 2016)
Greift das Messen des Kopfumfangs zu kurz? Ein drei Monate altes Baby, das an Mikrozephalie leidet, wird im brasilianischen Campina Grande von einer Neurologin untersucht. (12. Februar 2016)
Felipe Dana, Keystone

Die im Fachmagazin «The Lancet» veröffentlichte Studie beruht auf der Analyse der erfassten Mikrozephalie-Verdachtsfälle in Brasilien. So gab es bei einem Fünftel der Fälle von möglicher Mikrozephalie und einer Zika-Infektion der Mutter bei den Babys einen Kopfumfang, der eher normalen Werten entsprach. Von Mikrozephalie gehen Experten bei einem Kopfumfang von 32 und weniger Zentimetern aus.

Babys, die sich im Mutterleib mit Zika angesteckt haben, können mit einem viel zu kleinen Schädel auf die Welt kommen. Geistige Behinderungen sind oft die Folge. Zika ist schon in 61 Ländern aufgetaucht, Brasilien ist von dem Ausbruch am stärksten betroffen. Das Virus wird vor allem von bestimmten Stechmücken übertragen.

1500 Mikrozephalie-Verdachtsfälle untersucht

Die «Fokussierung auf ein Mikrozephalie-Screening» sei nicht ausreichend, betonte Hauptautor Cesar Victora von der Universität Federal de Pelotas in Brasilien. Zudem stellten die Forscher fest, dass bei einer Infektion der Schwangeren erst rund um die 30. Woche zwar die Kinder mit einem normalen Kopfumfang auf die Welt kommen können, aber dennoch schwere Hirnschäden haben.

«Dieser Befund erhöht die Möglichkeit, dass bei Neugeborenen das Zika-Virus in erster Linie zu schweren Hirnschäden führen kann», halten die Autoren fest, die für die Studie insgesamt 1501 Mikrozephalie-Verdachtsfälle untersuchten.

Das bedeutet letztlich, dass der starke Fokus auf das Messen des Kopfumfangs von Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft sich mit Zika angesteckt haben, zu kurz greifen würde – da auch bei normalem Umfang scheinbar schwere Hirnschäden auftreten können.

Guillain-Barré-Syndrom

Schon länger gibt es die Theorie, dass das Virus nicht nur bei Babys neurologische Schäden anrichten kann. Bei Männern war eine Häufung des Guillain-Barré-Syndroms beobachtet worden; die Lähmungskrankheit kann zum Tod führen.

Zuletzt war die Zahl der Zika-Infektionen in Brasilien – auch wegen einer wetterbedingt geringeren Aktivität der Moskitos – stark zurückgegangen. Die Regierung betont, für Athleten und Touristen, die zu den Olympischen Spielen nach Rio de Janeiro reisen, sei das Infektionsrisiko beherrschbar.

(SDA)

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