Autsch, das tut weh!

18'000 Mal verletzten sich Schweizer Fussballprofis innert vier Jahren. Wo es am häufigsten schmerzte.

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An der Weltmeisterschaft in Russland haben sich schon viele Spieler mehr oder minder dramatisch auf dem Rasen gewälzt. Manchmal ist es nur eine schauspielerische Einlage, um einen Freistoss herauszuholen oder Zeit zu schinden. Doch manchmal verletzen sich Fussballer tatsächlich. Bei Behrami zwickts seit dem ersten Gruppenspiel im Oberschenkel, Neymar schmerzt der rechte Fuss.

Fussball hat nicht den Ruf, eine Risikosportart zu sein. Doch eine kürzlich erschienene Studie der Versicherung Baloise kommt zum Schluss, dass Fussball die «gefährlichste Sportart der Welt» sei. Jeder vierte Sportunfall ereigne sich beim Fussballspielen. In der Schweiz kosteten solche Unfälle die Suva von 2012 bis 2016 191,8 Millionen Franken.

Und längst ist es nicht immer der Gegenspieler, der an einer Verletzung schuld ist. Das zeigen Auswertungen der gesetzlichen Unfallversicherung Deutschlands VBG, bei der die Bundesliga-Profis versichert sind. Nur in etwa 19 Prozent der Fälle verletzt sich ein Spieler, weil ihn ein Gegner foult. In 12 Prozent der Fälle verletzt sich derjenige Spieler, der das Foul begeht. Häufiger jedoch machen sich die Fussballer ohne fremdes Zutun weh; wenn sie etwa zu einem Zwischenspurt ansetzen. In über einem Viertel der Unfälle hat der Fussballer im Moment der Verletzung keinen Kontakt mit dem Gegner.

Die Goalies sind prozentual am seltensten von Verletzungen betroffen, ­obwohl sie immer wieder in riskante ­Situationen geraten, wenn Gegenspieler auf sie zustürmen. Trotzdem haben sie insgesamt weniger Zweikämpfe zu bestehen und auch ein kleineres Risiko, sich beim Über-das-Feld-Dribbeln zu verletzen. Wenn die Torhüter Schaden nehmen, trifft es sie dafür prozentual häufiger am Kopf als die Feldspieler. Der gefährdetste Körperteil insgesamt sind die Beine. Fast die Hälfte der Verletzungen ereignen sich, wenn der Spieler rennt oder spurtet. Doch auch Kopfbälle sind nicht ohne Risiko. Sie sind für Feldspieler die insgesamt gefährlichste Aktion.

Wie schwerwiegend der verletzungsbedingte Ausfall eines wichtigen Spielers sein kann, zeigte sich im dies­jährigen Champions-League-Final, als Liverpools Topspieler Mohamed Salah mit schmerzender Schulter ausscheiden musste. Liverpool verlor gegen Real Madrid 1:3. Salah verletzte sich schon in der 25. Minute. Das ist nicht untypisch. Man könnte vermuten, dass die allgemeine Ermüdung gegen Ende des Spiels zu gehäuften Verletzungen führt, doch es ist genau umgekehrt. Das grösste Risiko hat ein Spieler in den ersten 15 Minuten. Am zweitheikelsten ist die letzte Viertelstunde der ersten Hälfte.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 21.06.2018, 06:23 Uhr

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