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Unser Gespür für Wasser

Einer neuen Studie zufolge haben wir auf der Zunge auch einen Sinn für Wasser und können es regelrecht schmecken.

Durst auf Wasser.
Durst auf Wasser.
Keystone

Wenn es im Sommer so richtig heiss ist, lechzen wir nach einem Schluck Wasser. Bei Hitze trinken wir möglichst viel. Denn für unseren Körper ist diese durchsichtige Flüssigkeit lebensnotwendig und unerlässlich: In und um jede Zelle ist überall Wasser. Im Durchschnitt besteht ein Mensch zu zwei Drittel aus Wasser. Und rund 45 Liter schleppt er ständig mit sich herum.

Doch können wir Wasser auch schmecken? Nehmen wir dieses Lebenselixier überhaupt richtig wahr? Erstmals konnte ein Forscherteam aus den USA und Deutschland nun nachweisen, dass wir im Mund neben den klassischen fünf Geschmackssinnen tatsächlich auch auf Wasser reagieren. Dies berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «Nature Neuroscience».

Aktiverter Geschmackssensor

«Neben süss, salzig, sauer, bitter und umami, also herzhaft, haben wir auf der Zunge auch ein Gespür für Wasser», sagt Gunther Wennemuth vom Universitätsklinikum Essen. Gemäss der Studie können die Geschmacksknospen für «sauer» ganz gezielt auch Wasser identifizieren. Der Grund: Bei der Reaktion von Wasser und Kohlendioxid werden mithilfe eines Enzyms Protonen freigesetzt, so dass die Geschmackssensoren für sauer darauf reagieren. Das Enzym wird aktiviert, wenn beim Trinken von Wasser der Speichel weggespült wird.

«Dass die klare Flüssigkeit je nach Herkunft einen unterschiedlichen Geschmack hat, liegt daran, dass darin meist noch viele verschiedene Mineralsalze und Spurenelemente vorhanden sind», erklärt Wennemuth. Auch diese würden wir wahrnehmen, jedoch vor allem durch die Kombination mit den anderen Geschmacksrezeptoren der Zunge. Die Vielfalt des Geschmacks von Wasser sei somit sehr gross und variabel.

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