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So spüren Männer die Menopause

Der Hormonspiegel verändert sich auch bei Männern mit dem Alter. Die Testosteronwerte sinken, doch der Prozess verläuft viel individueller als bei Frauen. Bei allen Frauen fallen die Östrogenwerte mit der Menopause stark ab, bei manchen Männern bleibt das Testosteron jedoch bis ins Alter recht stabil. Bei anderen jedoch zeigt die Testosteronkurve steil nach unten, teilweise schon ab dem 40. Lebensjahr. Warum das so ist, weiss man noch nicht genau.

Dann stehen auch Männer immer häufiger vor der Frage: ­Hormontherapie ja oder nein? Ab­klären lassen sollte man das auf jeden Fall bei einem Spezialisten. «Es gibt in diesem Bereich viele Scharlatane», sagt Fahim Ebrahimi, Endokrinologe am Universitätsspital Basel und Testosteronexperte. Gerade wenn ein älterer Mann unspezifische Symptome wie Müdigkeit, fehlende Libido oder Erektions­probleme habe, müsse das nicht nur an tiefen Testosteronwerten liegen. Als zu tief gelten Werte, die unter 8 bis 9 nmol pro Liter Blut liegen; nmol steht für Nanomol und ist eine Einheit, um die Konzentration eines Stoffes zu messen. Bei Männern liegt der normale Testosteronwert zwischen 10 und 30 nmol/l, bei Frauen zwischen 0,1 und 1,7.

«Wir brauchen Studien»

Für Aufregung sorgte vor einigen Jahren eine US-Studie, die ­zeigte, dass alte Männer mehr kardiovaskuläre Probleme bekommen, wenn sie ihren Testosteronspiegel mit Medikamenten aufputschen. Der Absatz der T-Präparate brach daraufhin in den USA ein. Ebrahimi relativiert jedoch: Die Studie hatte keine grosse Teilnehmerzahl, die Männer waren alle bereits im Pflegeheim. Eigentlich sollte das Testosteron dazu dienen, ihre Vitalität zu stärken, damit sie längere Strecken gehen konnten. Dieser Effekt trat jedoch nicht ein, dafür mehr Herzinfarkte. «Wir brauchen grosse Studien zu diesem Thema», sagt Ebrahimi.

Was eine andere Studie der «T Trials» jedoch zeigen konnte: Das Testosteron sorgte bei Männern über 65 Jahre für etwas mehr ­sexuelle Lust und verbesserte bei einigen Studienteilnehmern auch die Stimmung und die Knochendichte. Die Senioren ­erreichten so Werte, auf die Männer zwischen 19 und 40 Jahren kommen. Noch unklar ist, ob das Risiko für Prostatakrebs mit den Testosteronpräparaten steigt. Gross ist es vermutlich nicht. Klar ist jedoch, was Männer tun können, um einem Mangel vorzubeugen. Testosteron hat zwei natürliche Feinde: Stress und Übergewicht. Wer also von Termin zu Termin hetzt, zu viele Kilos auf den Rippen hat, wenig schläft, dessen Testosteronspiegel leidet eher wegen des Lebensstils. Auch hinter Erektionsproblemen können andere Ursachen wie Stress oder Medikamente stecken.

(abr)

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