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Senegal meldet ersten Ebola-Kranken

Die Krise in Afrika spitzt sich zu: Innert einer Woche sind mehr als 500 neue Fälle dazugekommen.

Kämpfen gegen die Verbreitung der gefährlichen Seuche: Labormitarbeiter in einem Spital in Sierra Leone.
Kämpfen gegen die Verbreitung der gefährlichen Seuche: Labormitarbeiter in einem Spital in Sierra Leone.
AP Photo/Science/Stephen Gire

Die Ebola-Epidemie in Westafrika hat den Senegal erreicht. Gesundheitsminister Awa Marie Coll Seck bestätigte am Freitag bei einer Pressekonferenz den ersten Fall in dem Land. Der Mann sei in einem Spital der Hauptstadt Dakar isoliert worden.

Bei dem Patienten handelt es sich demnach um einen 21 Jahre alten Studenten aus dem Nachbarland Guinea. Wie es weiter hiess, stand er in seinem Heimatland unter Beobachtung, verschwand dann jedoch. Daraufhin wurden am Mittwoch die Behörden des Senegals gewarnt, er könne sich dort aufhalten.

Senegal ist das fünfte Land Westafrikas, das von Ebola betroffen ist. Der Erreger tauchte zuerst vermutlich Ende vergangenen Jahres in Guinea auf, breitete sich nach Liberia aus, dann nach Sierra Leone und im Juli nach Nigeria.

Prognose: 10'000 Todesfälle

Die Weltgesundheitsorganisation hat bereits mehr als 1550 Todesfälle und mehr als 3000 Infektionen registriert. Experten vermuten aber eine hohe Dunkelziffer. Schlimmstenfalls sind nach Prognose der WHO 20'000 Infektionen und 10'000 Todesfälle zu befürchten.

Es ist der schlimmste jemals registrierte Ebola-Ausbruch. Dass die Krankheit nun auch den Senegal erreicht hat, schürt Ängste vor einer weiteren Ausbreitung, zumal die Hauptstadt Dakar ein regionales Drehkreuz ist.

In den vergangenen sieben Tagen hat sich die Ausbreitung nach Angaben der WHO stark beschleunigt - es kamen mehr als 500 neue Fälle hinzu, so viel wie in keiner Woche zuvor seit dem jüngsten Ausbruch der Krankheit. In der Vergangenheit hatte die bis dahin grösste Ebola-Epidemie insgesamt lediglich 400 Fälle umfasst.

Impfstofftest ab nächster Woche

Das oft zum Tode führende Virus verbreitet sich über Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Blut. Ein lizenziertes Medikament oder einen Impfstoff gibt es noch nicht. In den USA soll ab kommender Woche ein Impfstoff an Menschen getestet werden. Wegen der Epidemie in Westafrika soll das Verfahren beschleunigt werden.

Die WHO hat zudem ein internationales Programm vorgeschlagen, um die todbringende Krankheit einzudämmen. Dafür werden nach Angaben der Organisation rund 370 Millionen Euro benötigt, zudem die Unterstützung von 750 internationalen und 12'000 afrikanischen Helfern.

AP/mw

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